| Einfacher aktiver 1:1-Tastkopf bis etwa 50 MHz |
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| Montag, den 24. Oktober 2011 um 07:13 Uhr |
Bauanleitung eines einfachen aktiven 1:1-Tastkopfs bis etwa 50 MHzDer nachfolgend beschriebene Tastkopf für ein Oszilloskop oder einen Frequenzzähler hat eine Eingangsimpedanz von etwa 1 MOhm / 4 pF und eine Ausgangsimpedanz von etwa 50 Ohm. Die obere 3-dB-Grenzfrequenz liegt bei etwa 50 MHz. Zielsetzung: Für mein Oszilloskop benötigte ich einen einfachen hochohmigen Tastkopf mit geringer Eingangskapazität, um Messungen an NF- und HF-Schaltungen bis 30 MHz für Reparaturzwecke vornehmen zu können. Außerdem soll dieser Tastkopf auch für den FA-Netzwerktester eingesetzt werden können, um einen hochohmigen Messeingang zu erhalten. Damit lassen sich Quarzfilter besser dimensionieren als mit dem vorhandenen 50-Ohm-Eingang. Zudem soll der Tastkopf einen Ausgang von möglichst 50 Ohm besitzen, damit die Messleitung korrekt abgeschlossen ist. Schließlich soll der Tastskopf wenig kosten und einfach zu reparieren sein, falls er durch Überspannung beschädigt wird. Die Bauteilebeschaffung darf kein Problem darstellen. Die Verstärkung des Tastkopfes muss nicht exakt 1:1 sein, was in der Reparatur-Praxis selten von Bedeutung ist. Warum überhaupt ein aktiver Tastkopf? Ein RG58-Koaxialkabel von einem Meter Länge, welches als Messleitung eingesetzt werden kann, besitzt eine Eigenkapazität von etwa 100 pF, welche bei 8 MHz bereits einen Blindwiderstand von 200 Ohm besitzen. Dies führt an hochohmigen Messpunkten zu erheblichen Verfälschungen des Messerergebnisses. Mit einem aktiven Taskopf, der nur etwa 3 bis 4 pF Eingangskapazität besitzt, umgeht man dieses Problem.
Die Schaltung: Sie besteht eingangsseitig aus einem FET als Sourcefolger. Dessen Eingangswiderstand wird hauptsächlich durch den Ableitwiderstand zwischen Gate und Source bestimmt. Die Ausgangsimpedanz des Sourcefolgers liegt bei etwa 500 Ohm. Um auf die geforderten 50 Ohm am Ausgang zu kommen, wurde ein NPN-Transistor in Basisschaltung nachgeschaltet. Als Transistoren eignen sich fast alle Kleinleistungs-FETs und Kleinleistungs-NPN-HF-Typen. Als Kabel geht auch dünneres Koax-Kabel mit 50 Ohm Wellenwiderstand. Ich hatte nur RG58 zur Verfügung. Frequenzgang: Der Frequenzgang wurde mit einem FA-NWT gemessen, welcher eine Eingangsimpedanz von 50 Ohm besitzt. Für HF-Messungen sollte das Oszilloskop deshalb ebenfalls mit 50 Ohm an seinem Eingang abgeschlossen werden. Dies vermeidet Reflexionen des Koax-Kabels.
Konstruktiver Aufbau: Realisiert wurde die Schaltung auf einem schmalen Streifen Lochrasterplatte, welche in ein Stück PVC-Elektroinstallations-Verlegerohr geschoben wurde. Die konstruktiven Details sind den Bildern zu entnehmen. Meine Zielsetzung war, den Tastkopf mit einfachen Werkzeugen und leicht beschaffbaren Materialien herstellen zu können.
Abschirmung: Ohne Abschirmung zeigte der Tastkopf einen Brumm von etwa 50 mVs. Eine Abschirmung aus Alufolie brachte eine leichte Verbesserung auf etwa 20 mVs.
Wer es perfekt machen möchte, kann als Abschirmung ein Heizungskupferrohr aus dem Baumarkt über das PVC-Rohr schieben. Das Kupferrohr muss natürlich mit der Masse verbunden werden.
Abschlusswiderstand am Oszilloskop: Für HF-Messungen kann ein 50-Ohm-Abschlusswiderstand eingesetzt werden. Selbstverständlich setzt dieser Widerstand die Verstärkung herab. Für NF-Messungen kann der Abschluss am Oszilloskop entfallen.
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| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 23. Dezember 2011 um 12:05 Uhr |