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Donnerstag, den 03. Dezember 2009 um 11:31 Uhr

So verbindet man die Grafikkarte mit seinem Fernseher

Für meinen ausgedienten PC mit 1,1 GHz Taktrate suchte ich nach einem sinnvollen Einsatz. Er steht nun im Wohnzimmer und dient zum Betrachten von Videos und TV-Beiträgen. Wie man dazu den Rechner mit einem alten Bildröhren-Fernseher verbindet, möchte ich nachfolgend beschreiben.

Videos und TV-Beiträge aus dem Internet herunterladen: Dies ist unter http://elektronikbasteln.pl7.de/tv-download-tipps.html bereits beschrieben. Selbstverständlich kann man sich die Filme aus Flash-Filme auch online direkt betrachten. Dazu muss der Rechner allerdings entsprechend leistungsstark sein. Mein alter 1,1-GHz-Rechner packt die neuen Flash-Filme des ZDF leider nicht mehr und hängt sich auf. Deshalb lade ich die Filme herunter. Sie laufen dann ruckelfrei.

Fernseher mit Flachbildschirm: Solche TV-Geräte haben meist einen HDMI- oder DVI-Eingang. Man besorgt sich über Internet-Auktionshäuser eine HDMI- oder DVI-fähige Grafikkarte. HDMI ist zu DVI-D abwärtskompatibel. Es gibt entsprechende Adapter im Handel ( http://de.wikipedia.org/wiki/HDMI ). Mit HDMI erzielt man eine hervorragende Bildqualität.

Fernseher mit Bildröhre: In meinem Fall möchte ich noch ein paar Jahre mit der Anschaffung eines Flachbildschirm-TV warten und habe deshalb unseren alten Fernseher über seine SCART-Buchse mit dem PC verbunden. Die Grafikkarte muss dazu einen TV-Ausgang besitzen. Dieser TV-Ausgang liefert neben dem FBAS-Signal (Composit-Signal) meistens noch ein S-Video-Signal, welches sich aus einem Luminanz- und Chrominanz-Signal zusammensetzt, was eine bessere Bildqualität liefern kann. Die Bildqualität ist nach meiner Erfahrung mit dem FBAS-Signal für das Betrachten von TV-Beiträgen sehr gut. Je nach Ausgangsmaterial ist das Bild etwas schlechter als das von einer DVD. Auf jeden Fall ist die Bildqualität besser als eine sehr gute VHS-Aufzeichnung.


Mein alter PC dient nun als Videorekorder und gibt TV-Beiträge via Internet wieder. Die Bedienung erfolgt mit der Maus, die später durch eine drahtlose Bluetooth-Maus ersetzt wreden soll.

Ein Bildröhrenfernseher ist leider kein Ersatz für einen PC-Monitor. Um bei Windows noch eine lesbare Schrift zu erhalten, habe ich die Bildschirmauflösung auf 800 x 600 Pixel gestellt und eine besonders große Darstellung der Schrift gewählt (Desktop rechte Maustaste, Eigenschaften, Darstellung, Schriftgrad "Extragroß). Stellt man seine Grafikkarte auf TV-Betrieb um, kann es passieren, dass der normale PC-Monitor kein Bild mehr zeigt. Dann hilft nur noch das Starten von Windows im abgesichterten Modus mit der Tastatureingabe "F5", um die Grafikeinstellung ohne angeschlossenen Fernseher zu ändern. Manche Grafiksoftware fragt nach PAL-B oder PAL-G nach. PAL-B ist richtig. Einige Grafikkarten haben eine Hosiden-Buchse als TV-Anschluss. Unter http://www.kabelfaq.de/video.html und http://www.cws-computer.de/pages/html/belegung-video.htm ist mehr zu den unterschiedlichen Steckerbelegungen beschrieben.

PIN-Belegungungen an Grafikkarten beim FBAS- und S-Video-Signal selbst herausfinden: Leider sind die Stecker und ihre Pin-Belegung der verschiedenen Grafikkarten nicht immer genormt. Entweder hilft eine Recherche im Internet weiter oder man muss selbst die Belegung herausfinden. Bei abgeschaltetem PC sucht man mit dem Ohm-Meter zuerst alle Pins heraus, welche mit Masse verbunden sind. Oft bleiben dann nur noch drei oder vier Pins übrig, von dem eines das FBAS-Signal führt. Um diesen Pin zu finden, benötigt man weder ein Oszilloskop noch einen Farbbalkengenerator. Als Indikator dient der Fernseher selbst mit seinem SCART-Anschluss.


Pinbelegung bei SCART (Quelle: Wikipedia) http://de.wikipedia.org/wiki/SCART Blick auf die Lötseite des Steckers.

Das FBAS-Signal wird der SCART-Buchse an Pin 20 (Video) und Pin 17 (Masse) zugeführt. Dazu trennt man ein SCART-Kabel auf und sucht mit dem Ohmmeter die entsprechenden Adern. Pin 17 verbindet man mit der Masse des PC und mit Pin 20 sucht man durch Probieren den richtigen Pin an der Grafikkarte. Wichtig ist, dass der Fernseher dabei nicht auf S-VHS oder S-Video steht. Erwischt man ein Schwarz-Weiß-Bild, hat man das Luminanzsignal gefunden. Ist das Bild einwandfrei, hat man den FBAS-Ausgang gefunden. Sieht man kein Bild, handelt es wahrschenlich um das Chrominanz-Signal (Chroma-Signal). Nun muss man das Kabel nur noch entsprechend verlöten und isolieren. Zum Isolieren arbeite ich mit Schrumpfschlauch und Heißkleber. Als Verlängerung zu dem oft recht zierlichen Stecker für die Grafikkarte reicht abgeschirmtes Mikrofon-Kabel mit einer Ader völlig aus, wenn die Länge etwa einen Meter nicht überschreitet.

Zusammenfassung zum Herausfinden unbekannter Videosteckerbelegungen:
1. Fernseher als Video-Indikator verwenden und am Pin 20 der SCART-Buchse das Signal testen (Masse = Pin 17).
2. Fernseher darf dazu nicht in Stellung S-VHS oder S-Video betrieben werden.
3. Alle Pins mit dem Ohm-Meter lokalisieren, die mit Masse verbunden sind.
4. Der Pin mit dem FBAS-Signal liefert ein einwandfreies Bild.
5. Der Pin mit dem Luminanz-Signal liefert ein einwandfreies Schwarz-Weiß-Bild
6. Der Pin, bei dem kein Bild zu sehen ist, führt wahrscheinlich das Chrominanz-Signal.
7. Luminanz-Signal (SCART Pin 20) und Chrominanz-Signal (SCART Pin 15) können in der Stellung S-Video oder S-VHS getestet werden.

Audio-Signal der SCART-Buchse zuführen: Das Audiosignal entnimmt man dem Line-Out-Ausgang der Soundkarte mit einem 3,5-mm-Stereoklinken-Stecker. Entweder kann dieses Signal einer Stereo-Anlage zugeführt werden oder über den SCART-Eingang dem Fernseher. Die Verdrahtung des Klinkensteckers mit SCART ist immer gleich und der Handskizze weiter unten zu entnehmen (KLinken-Stecker-Spitze mit Pin 6 (linker Audiokanal) der SCART-Buchse verbinden, mittlerer Ring (rechter Audiokanal) mit Pin 2 und der vordere Ring (Masse) mit Pin 4 verbinden). Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Klinkenstecker ist die Steckerbelegung ausführlich beschrieben. Selbstverständlich ist abgeschirmtes Kabel zu verwenden. Beim Konfektionieren der Klinkenstecker können Kurzschlüsse im Steckergehäuse entstehen, die mit Heißkleber oder Isolierband verhindert werden können. Auf jeden Fall sind die Kabel mit dem Ohm-Meter auf Kurzschlüsse und Unterbrechungen zu prüfen.


Belegung eines 3,5-mm-Stereoklinkensteckers ( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Klinkenstecker )

Verbindet man den Audio-Ausgang über SCART, kann man mit der Fernbedieung des Fernsehers wie gewohnt die Lautstärke einstellen. Nachteilig ist, dass beim Empfang von Web-Radio-Stationen der Fernseher immer durchlaufen muss.

Brummschleifen vermeiden: Falls eine Brummschleife entsteht, sind Trenntrafos in der Audiozuleitung zu verwenden. Eine andere Methode wäre die Erdung des TV-Gerätes durch den Antennenanschluss zu unterbrechen. Dazu baut mein eine Mantelwellensperre in das Antennenkabel ein. Es ist nicht zulässig das PC-Gehäuse ohne Erdung zu betreiben, obwohl man auf diese Weise Brummschleifen verhindert und das PC-Gehäuse über das Antennenkabel geerdet wäre.

Anschluss des Fernsehers am Beispiel meiner Grafikkarte GeForce2 MX200: Dazu habe ich mir zuerst unter http://www.nvidia.de/Download/index.aspx?lang=de direkt beim Hersteller Nvidia den neuesten Treiber für meine GeForce2 MX200 (Baujahr 2001) besorgt, denn der alte konnte TV-Betrieb nur mangelhaft unterstützen. Eine Recherche im Internet führte zu irreführenden Pinbelegungen. Also half ich mir wie bereits beschrieben mit dem Ohm-Meter selbst. Dass es sich um Mini-DIN-6-Buchse handelt, fand ich auf http://de.wikipedia.org/wiki/Mini-DIN heraus. Nachfolgend die Verdrahtungsskizze:


Verdrahtungskizze für ein SCART/Mini-DIN6-Videokabel mit FBAS-Zuführung für die GeForce2 MX200. Optional kann der Stereoton vom Line-Ausgang der Soundkarte der SCART-Buchse zugeführt werden. Pin 3 des Mini-DIN-6-Steckers liefert das Luminanz-Signal. Pin 4, 5 und 6 sind mit Masse verbunden. Pin 2 liefert kein Bild, denn an diesem Pin liegt das Chrominanz-Signal an (Skizze als PDF-Datei).

 


Alternative mit S-Video-Signal: Das getrennte Zuführen von Chrominanz- und Luminanzsignal bringt gegenüber dem FBAS-Signal eine deutlich bessere Bildqualität. Die verwaschenen Farbsäume an den Farbübergängen verschwinden gegenüber dem FBAS-Signal (Skizze als PDF-Datei). Alle Masseverbindungen sind wieder als Abschirmungen ausgelegt. Die Masse-Verbindungen 4, 5 und 6 der Mini-DIN-Buchse können vertauscht werden. Mein Fernseher schaltet selbständig auf S-VHS (S-Vidieo) um, wenn ein Chrominanz-Signal am SCART-Eingang anliegt. Diese Anchlussbelegung habe ich trotz langer Recherche weder im Internet noch sonst wo dokumentiert gefunden. Von der Bildqualität, die man aus einer Bildröhre herausholen kann, bin ich begeistert. Übrigens kann bei dieser Variante das FBAS-Signal optioanl einel einem Chinch-Stecker zugeführt werden.

Diese Grafikkarte wurde von verschiedenen Herstellern mit und ohne TV-Schnittstelle angeboten, worauf beim Kauf und bei der Verdrahtung des Kabels zu achten ist. Die Bezeichnung "GeForce2 MX200" bezieht sich nur auf den verwendeten Chipsatz.

Beim Löten der kleinen Stecker sollte man unbedingt als Gegenstück eine Buchse aufsetzen, um ein Verbiegen der Pins durch das Schmelzen der Kunststoffträgermaterials zu verhindern. Außerdem habe ich vor dem Aufsetzen der beiden Abschirmbleche die Löt-Pins mit Isolierband vor Kurzschlüssen geschützt.


Adapterkabel von Mini-DIN 6 auf 3 Cinch-Buchsen für Chrominanz, Luminanz und FBAS. Die abgeschirmten Leitungen wurden mit Mikrofonkabel realisiert.

Übrigens hat mich der laute Lüfter bei dieser Grafikkarte gestört. Mit einem 5-Volt-Festspannungsregler habe ich die Spannung für den Lüfter gesenkt. Trotz niedriger Lüfterdrehzahl funktioniert die Grafikkarte seit über 6 Jahren auch im Hochsommer einwandfrei.

Notebook mit Fernseher verbinden: Es gibt bereits Notebooks mit einer HDMI-Schnittstelle. Wer das nicht hat oder sein Notebook mit SCART verbinden muss, kann sich einen kleinen Video-Konverter besorgen, wie er zum Beispiel unter http://www.tinxi.de/Artikel/3610/26/default.aspx?TY=item&ST=1&IT=307&CT=120 angeboten wird. Im Internet findet man Erfahrungsberichte über dieses Gerät.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. März 2015 um 11:34 Uhr
 

3. Februar 2017

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