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Dienstag, den 01. August 2017 um 07:54 Uhr

Akkuzellen eines Laptop-Akkus tauschen

Die Akkuzellen eines Notebook- oder Laptop-Akkus lassen sich tauschen. Der nachfolgende Artikel zeigt, wie es geht und was bei der Beschaffung der Akku-Zellen zu beachten ist.

Bei einem Notebook LG LM70-PKMV aus dem Jahr 2005 waren die Akkulaufzeit auf 0 Sekunden gesunken. Zwar lässt sich ein neuer Akkupack für dieses Modell noch günstig beschaffen. Dennoch wollte ich die Akkuzellen selber tauschen.


Alter Akkupack eines Notebooks LG LM70 aus dem Jahr 2005.


Der alte LG LM70 erhält neue Akkus.


Sehr gute Beschreibung auf Englisch über das Ersetzen von Lithium-Ionen-Akkus eines Notebook-Akku-Packs.

Was man mit Lithium-Ionen-Akkus keinesfalls machen darf: Es besteht die Gefahr von Bränden und Explosionen. Diese Akkus dürfen nur mit den dafür vorgesehen Ladeschaltungen betrieben werden. Lithium-Ionen-Akkus dürfen also nur durch Lithium-Ionen-Akkus ersetzt werden. Kurzschlüsse und Vorpolungen sind unbedingt zu vermeiden. Dies gilt auch für mechanische Beschädigungen und starke mechanische Beanspruchungen. Brände mit hohen Temperaturen entstehen beim Einschlagen von Nägeln oder durch das Aufsägen. Der dabei entstehnde Rauch ist giftig. Die Brände dürfen nicht mit Wasser gelöscht werden. Sand ist empfehlenswert. Wer Akkus austauscht, ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Verbrauchte Akkus gehören nicht in den normalen Müll. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Ionen-Akkumulator gibt es vertiefendes Wissen zu Lithium-Ionen-Akkus.

Vorsicht beim Öffnen des Akkupacks: Meistens sind die Akkupacks durch Verschraubungen oder Schnappverschlüsse verschlossen, die sich ohne Beschädigungen öffnen lassen. Im vorliegenden Fall besteht das Gehäuse des Akkupacks aus zwei miteinander verklebten Kunststoffteilen. Deshalb musste die hintere Nut des Gehäuses der Länge nach mit einer Metallbügelsäge vorsichtig aufgesägt werden. Dabei dürfen die enthaltenen Li-ion-Akkus nicht beschädigt werden, da sonst - wie bereits erwähnt - Brandgefahr besteht.

Die beim Aufsägen entstehenden Späne aus Polystyrol können sehr schnell zu Augenreizungen führen, weshalb eine Schutzbrille zu empfehlen ist. Nach dem Aufsägen der Nut ließ sich der Deckel entfernen und es kamen sechs Lithium-Ionen-Akkus der sehr verbreiteten Bauform 18650 zum Vorschein. Vor ihrer Entnahme merke man sich genau die Verdrahtung und die Farben der einzelnen Kabel. Kurzschlüsse sind unbedingt zu vermeiden, da eine Brand- und Explosionsgefahr besteht. Mein Akku war tot. Dennoch waren vier der sechs Zellen teilweise geladen.


Nach dem Öffnen kommen sechs Lithium-Ionen-Akkus der Baureihe 18650 zum Vorschein.

Beschaffung der Akkus und Vorsicht vor Fälschungen: Die Ladeschaltung des vorliegenden Notebooks ist für Lithium-Ionen-Akkus vorgesehen. Deshalb können auch nur Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen.

Akkus der Baureihe 18650 wiegen um die 45 g und niemals weniger als 42 g. Sind sie leichter, handelt es sich um Fälschungen, in denen ein kleiner Akku eingebaut ist. Original-Akkus haben eine angegebene Kapazität von etwa 1000 bis 2000 mAh. Ihr Aufdruck ist schlicht. Werbewirksame Aufdrucke, unrealistisch hohe Kapazitätsangaben, fehlende Gewichtsangaben und sehr günstige Preise sind ein Indiz dafür, dass es sich um gefälschte Akkus handelt, von denen man die Finger lassen sollte. Das Video https://youtu.be/hIMMYJ97BjM klärt auf. Meine 6 Akkus hatten etwa 15 Euro gekostet.

Die Ersatzakkus müssen nicht exakt die gleiche Kapazität besitzen wie die ursprünglichen Akkus. Die  neuen Akkus sollten eher eine etwas größere Kapazität besitzen. Dann wird der maximal zulässige Ladestrom auch nicht überschritten.

Meine Akkus fand ich von einem chinesichen Anbieter auf Ebay zu einem realistischem Preis. Recherchen laut des Aufdrucks ergaben, dass die Akkus in China hergestellt werden und die Akkus auch in Elektro-Autos zum Einsatz kommen. Allerdings scheinen sie nicht ganz die angegebene Kapazität zu erreichen. Wegen des günstigen Preises stimmt das Preis-Leistungsverhältnis jedoch noch.


Die Akkus kommen meist ein einer solchen Verpackung daher, die mit Warnhinweisen bedruckt ist.


Die schlicht gehaltene Beschriftung dieser 18650er-Zelle verrät einiges über den Hersteller, wenn man im Internet danach sucht. Der Pluspol befindet sich links. Im Zweifel lieber mit dem Multimeter nachmessen. Verpolungen führen zu Explosionen.

Einbau der neuen Akkus: Die Vorgehensweise ist nachfolgend mit kommentierten Bildern erklärt.


Die alten Akkus sind teilweise vom Gehäuse gelöst.


Die alten Akkus sitzen leicht festgeklebt im Gehäuse. Es sind immer zwei Zellen parallel geschaltet, die wiederum in  Reihe geschaltet sind.


Die beiden mittleren Akkus waren ohne Spannung. Die restlichen Akkus waren noch funktionstüchtig.


Die neuen Akkus lassen sich mit einem 50-Watt-Lötkolben und einer dicken Lötspitze löten. Vor dem Löten ist mit einem scharfen Schraubenzieher die Oberfläche durch Kratzen anzurauen. Laut eines Forum für Elektofahrräder gab es noch nie Probleme beim Löten von großen Akkupacks und Tausenden von Lötstellen, wenn das Löten nur wenige Sekunden andauert. Ein mintuenlanges "Herumbraten" mit dem Lötkolben kann den Akku beschädigen und das Brandrisiko erhöhen. Beim rechten Akku ist der Lötpunkt zu hoch, was nachher beim Einbau Probleme bereitet.


Immer zwei Akkus parallel schalten. Niemals die Polarität verwechseln, da sonst Brände und Explosionen entstehen können.


Drei Akku-Paare sind verlötet und liegen zum Einbau bereit. Auch hier streng auf die Polarität achten. Es sind vier Kabel mit dem Geäuse zu verlöten.  Ein Temperatursensor ist auf die Oberfläche eines Akkus anzubringen.


Die Akkus sind eingesetzt. Danach sind zu verlöten. Die Lötstellen und die von mir verwendeten Kabel waren etwas zu dick, weshalb die Gesamtlänge etwas zu lang wurde. Dadurch war der Einbau schwierig. Mechanische Gewalt ist wegen der Brandgefahr unbedingt zu vermeiden. Der Temperatursensor klebt an der Zelle rechts unten und schützt den Akkupack vor Überhitzung.


Die Akkus sind verötet. Einige Lötenstellen sind offen. Es besteht dennoch keine Gefahr bei dieser Anordnung, da das Metall-Gehäuse der Akkus mit dem Minuspol verbunden ist und die Lötenstellen ebenso.


Stabiles Klebeband hält den Akkupack an der aufgesägten Nut zusammen.


Der eingebaute Akkupack.


Das Klebeband fällt auf der  Rückseite des Notebooks kaum auf. Der neue Akkupack hält 1 bis 1,5 Stunden durch, was bei einem Notebook aus dem Jahre 2005 ein zufriedenstellender Wert ist. Ich hatte mehr erwartet. Erst nach mehreren Ladevorgängen verbessert sich die Standzeit, weil sich dann die Ladeelektronik an die Akkus angepasst hat.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 04. August 2017 um 19:25 Uhr
 

3. Februar 2017

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