Kleine Rundfunkgeräte-Sammlung von SM5ZBS Drucken E-Mail
Dienstag, den 07. Juli 2009 um 13:04 Uhr

Meine kleine Rundfunkgeräte-Sammlung

Vor einigen Jahren habe damit angefangen mehr oder weniger systematisch Röhrenradios zu sammeln und zu restaurieren. Hinter fast jedem Gerät steckt eine kleine Geschichte. Fast jedes Gerät ist auf diesem Internetauftritt ausführlich beschrieben. Einfach auf die hellblauen Überschriften klicken, um mehr zu erfahren. Mit jedem Radio, das wieder spielt und schön anzusehen ist, steigt die Lust auf die Restaurierung des nächsten Radios.


Mit der Zeit hat sich mein kleines Zimmer zu einem "Rundfunkmuseum" im Kleinformat entwickelt. Die meisten dieser Radios sind mit der Außenantenne verbunden und jederzeit einsatzbereit.
 


VE301

 

 

Volksempfänger VE 301 GW von 1937:
Ich war damals wohl 15 oder 16 als ich Mitte der siebziger Jahre dieses Gerät auf einem Baden-Badener Flohmarkt für 20 DM kaufte und voller Stolz mit meinem Fahrrad nach Hause brachte. Leider brummte es zu meiner großen Enttäuschung und der Ortsender kam nur schwach durch.

Erst viele Jahre später, im Jahre 2007, wollte ich es nun wissen und ich wagte mich an die Reparatur. Wie sich nach langer Fehlersuche herausstellte, war der NF-Übertrager zwischen Audion- und NF-Endstufenröhre defekt. Ich tauschte ihn gegen einen ähnlichen aus und konnte nun viele Mittel- und Langwellenstationen empfangen. Ich war sehr über die Klangqualität, Trennschärfe und Empfindlichkeit dieses doch recht einfachen Audions überrascht. Mit diesem Radio fing meine Leidenschaft für alte Radios an.

 

 

 



Volksempfänger VE 301GW

 


DUX V234 von 1943:
Dies Gerät stammt aus der schwedischen Kriegsproduktion der Firma DUX, die bereits damals schon von Philips aufgekauft war. Es handelt sich um einen Super für Mittel-, Lang-, und Kurzwelle. Leider hat der Netztrafo einen Windungsschluss in der Anodenspannungswicklung. Dadurch wird der Trafo sehr heiß und stinkt stechend. Inzwischen habe ich den Netztrafo durch einen neuen ersetzt.

DUX
DUX V234

Das Gerät habe ich im November 2007 auf dem Flohmarkt von Skärblacka / Schweden entdeckt und für 400 Kronen (umgerechnet 40 €) erworben.
 



Radiola Femett 2553 V von 1955:

Ebenfalls aus schwedischer Produktion mit einem eigenwilligen Design, das jedoch für das damalige Schweden typisch war.

Radiola
Radioala Femett 2553 V

Das Gerät ist ein Geschenk von Lennart, SM5DFF, welcher ebenfalls Röhrenradios neues Leben einhaucht. Empfangsbereiche: UKW, LW, MW und 2 Kurzwellenbereiche.
 



Luxor Tapto 4694, etwa 1962:

Dieser Empfänger besitzt neben UKW, MW und KW einen nach oben erweiterten Langwellenbereich, der bis etwa 400 kHz reicht, um damit LUFOR abzuhören. Mit LUFOR wurden zu Zeiten des Kalten Krieges feindliche Eindringlinge, die in den schwedischen Luftraum eindringen, gemeldet. "Tapto" bedeutet übrigens Zapfenstreich.

Luxor
Luxor Tapto 4694

Entdeckt habe ich das Gerät im August 2008 in dem Gebrauchtwarenladen, welcher von der Gemeinde Finspång betrieben wird. Bei einem Preis von 50 Kronen musste ich einfach zuschlagen. Der Apparat wurde als voll funktionsfähig vorgestellt und war mit einer Fettschicht aus Küchendreck innen und außen überzogen. Auf UKW war er recht taub. Ein paar neue Röhren und ein Neuabgleich machten das Radio wieder alltagstauglich. Das Teakgehäuse wurde mit Möbelpolitur eingeölt.
 


Röhrenradio Braun 555 UKW Baujahr 1955
Mein Lieblingsgerät, das von Bekannten meiner Eltern überlassen wurde. Diese Röhrenradio ist im regelmäßigen Gebrauch. Ich mag es wegen seines satten Klangs. Die Audioendstufe ist mit einer EL84 bestückt. Als ich es Mitte der 1990er-Jahre geschenkt bekam, war der Netzschalter defekt und das Skalenseil war gerissen. Das Gehäuse war matt und verdreckt. Damals war mein Interesse für Röhrenradios noch nicht so groß und beinahe wollte ich das "alte Ding" ausschlachten und wegschmeißen.

Im Laufe der Zeit bekam das Radio die meisten typischen Fehler, die solche alten Radios bekommen können. Sie sind hier beschrieben.

Braun 555
Braun 555 UKW


Wie ich den Lack und die Messingteile wieder auf Hochglanz gebracht habe, steht hier beschrieben. Dort gibt es auch weitere Bilder von diesem Gerät. Defekt war das Skalenseil, welches ich durch einen dicken Nylonfaden ähnlich einer Angelschnur ersetzte.

Außerdem war der Netzschalter defekt, den ich durch Kontaktspay (Kriechöl) wieder reparieren konnte. Der "Rostlöser" ist ganz vorsichtig und sparsam in das Gehäuse des Schalters zu träufeln. Vor dem Einschalten unbedingt einige Tage warten, bis das Benzin im Rostlöser restlos verdampft ist. Andernfalls kann der Schalter explodieren.
 



Nordmende Elektra von 1960:
Dieser Empfänger war das ehemalige Küchenradio meiner Schwiegermutter. Es funktioniert einwandfrei. Innen ist es bereits mit gedruckten Schaltungen aufgebaut.

Nordmende
Nordmende Elektra

Der Rahmen besteht bereits aus Kunststoff. Wenige Jahre später war die Ära der Röhrengeräte durch Transistoren abgelöst.


Luxor Sopran 797W, etwa Baujahr 1954 oder 1955:
Dieses Radio kaufte ich im Januar 2013 auf dem Flohmarkt in Finspång. Es war in einem ramponierten Zustand. Das Gehäuse war zerkratzt. Der Lack wurde abgeschliffen und es wurde eine Schellackpolitur aufgetragen. Die gesamte Restaurierung ist Schritt für Schritt dokumentiert.


Luxor Sopran 797W. Es steht nun im  Wohnzimmer.


Concerton V443 von Stern & Stern, Baujahr 1942:
Im Frühjahr 2013 auf dem Flohmarkt in Skärblacka entdeckt. Es waren innen und außen völlig verdreckt und sehr renovierungsbedürftig. Zum ersten Mal wagte ich es an diesem Radio ein Chassis mit Wasser zu waschen.


Concerton V443

Es ist ein erstaunlich empfindliches und trennscharfes Radio, das mich besonders auf Kurzwelle positiv überraschte.


Siemens 11 GW, 1940er Jahre:
Anfang 2013 über ein schwedisches Internet-Auktionshaus für etwa umgerechnet 30 Euro gekauft. Natürlich war es defekt. Die Restaurierung hat mir viel Freude bereitet. Der kleine Kasten ist erstaunlich leistungsfähig.


Siemens 11 GW
 



Grundig 2460, Baujahr 1963/64:
Dieses Gerät war als Empfänger für den Einsatz in Schulen eingesetzt. Das Gehäuse war für heutigen Sprachgebrauch eine Aktivbox für Filmvorführungen im Klassenzimmer.


Grundig 2460 in einem Lautsprechergehäuse für den Einsatz in Schulen, um für den Ton der 16mm-Filmvorführungen in den Klassenzimmern zu sorgen.
 



DUX SA 1023 U-69 und DUX SA 2006 U-69, Baujahr 1958:

Schaltungstechnisch entsprechen diese Radios es einer Philetta. Die Radios wurde von DUX für den schwedischen Markt vertrieben. Da sie als Küchenradios eingesetzt wurden, waren sie durch klebrige Küchendünste einerseits verdreckt und andererseits konserviert. Die beiden Radios kaufte ich am selben Tag in zwei verschiedenen Flohmärkten in Norrköping.


DUX SA 1023 U-69


DUX SA 2006 U-69, ein Küchenradio für die jüngere Generation. Ende der 50er-Jahre ging der Trend zum Zweitradio.
 


Luxor Applåd 3891W, Baujahr 1958:
Das Radio wurde als defekt auf einem schwedischen Flohmarkt gekauft. Es kann neben Kurzwelle bis Langwelle auch UKW. Das Design halte ich auch für schwedische Verhältnisse als recht ungewöhnlich. Zwar ist die aufgesetzte Skalenscheibe typisch, aber nicht die Front aus lackiertem Blech mit seiner blauen Farbgestaltung.

Der Tastensatz des Radios hatte einen sehr seltenen und merkwürdigen Fehler, welcher im Reparaturbericht beschrieben ist.


Luxor Applåd nach der Restaurierung und einer Schellackpolitur.

 


 

Mittelwellen-Audion als Eigenbau mit einer PCL86 oder PCL84, Baujahr November 2011:
Schon immer wollte ich ein eigenes Radio mit einem richtigen Gehäuse bauen, das elektrische Sicherheit bietet. Herausgekommen ist ein Mittelwellen-Einkreiser mit einer einzigen Röhre, die an einer genügend langen Antenne ordentliche Zimmerlautstärke liefert. Das Gehäuse ist mit einfachen Werkzeugen zu zimmern und sehr stabil.

Mein nächstes Eigenbauprojekt soll ein Superhet mit Röhren werden.


Eigenbau-Audion, Einkreiser, mit einer PCL86, Mittelwelle

 



DUX DX 4580, volltransistorisiertes UKW-Radio mit Stereoverstärker, Anfang 1960er Jahre:
Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich über diesen Verstärker gerade Musik, die als Audiostream aus meinem PC kommt. Zusammen mit zwei alten Lautsprecherboxen, liefert der Verstärker einen satten Klang an der Soundkarte. Die Endstufen haben Germaniumtransistoren mit den Komplementärtypen AC187 und AC188. Viele Transistoren bestehen aber schon aus Silizium. Mit der Zeit neigen sie zum Rauschen und müssen ersetzt werden.


DUX DX4580


Philips B5S81A, Baujahr 1958:
Röhrenradio Baujahr 1958 mit einem Tieftöner, einem Hochtöner und zwei ECL82 in Gegentaktschaltung. Das Problem bei diesem Radio waren die steckbaren Drehknöpfe aus Polystyrol, bei denen die Achsenführung zerbrochen war. Mit Polystyrol konnten die Drehknöpfe wieder zusammengeleimt werden. Ansonsten benötigte das Radio eine Reinigung und Schmierung der verharzten, beweglichen Teile, damit die Frequenzeinstelung wieder leichtgängig ging. Das Gehäuse wurde mit Autolackreiniger aufpoliert. Der Tastensatz war verschließen und wurde mit einer Lötung repariert.


Philips B5S81A, Baujahr 1958


Telefunken jubilate 301 a, Baujahr 1970:
Das Radio ist volltransistorisiert und ist mit den Wellenbereichen Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle und UKW ausgestattet. Es wurde Anfang der 1990er Jahre von einer Nachbarin vor der Haustür zum Sperrmüll gestellt, von dem ich es gerettet hatte.  Danach diente es viele Jahre bei uns in der Küche.


Telefunken jubilate 301 a, Baujahr 1970

Das Gehäuse wurde gereinigt und die beweglichen Teile wurden geschmiert.


Kungs Radio 319V, Baujahr 1938/1939

Entdeckt auf einem Flohmarkt in Norrköping in einem arg verschrammten Gehäuse, das von mir mit Schellack behandelt wurde. Bemerkenswert ist die Stationskala, hinter der sich für jeden der drei Wellenbereiche Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle ein Glühlämpchen befindet, welche mit Hilfe einer Maske den eingestellten Stationsnamen auf der Skala beleuchten.


Kungs Radio 319V nach der Restauration.
 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. März 2015 um 12:39 Uhr
 
18. September 2015

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