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5. Eingabe eines für die Simulation geeigneten Stromlaufplans

Bauteilebibliotheken (OLB-Dateien)
Der Part-Browser
PSpice-Bibliotheken (LIB-Dateien, Modell-Bibliotheken)
Aufrufen und Anordnen der Bauteile
Horizontal und Vertikal Spiegeln der Bauteile und Symbole
Verschieben von Bauteilen oder anderen Elementen des Schaltplans
Gruppierungen bilden und Schaltungsteile kopieren
Entfernen von Bauteilen oder anderen Elementen des Schaltplans

Einsetzen des Kondensators
Einsetzen der Gleichspannungsquelle VDC
Wo finde ich welches Bauteil? - Automatische Bauteilesuche mit Part Search
Abspeichern der bisherigen Arbeiten

Die Verdrahtung der Schaltung
Netznamen (Net-Alias) vergeben
Die Bauteilebezeichner (R1, R2, R3 ...) verändern
Die Bauteilewerte verändern und die richtige Schreibweise für Bauteilewerte
Die für die Simulation unverzichtbare PSpice-Masse
Wie die PSpice-Masse das erste Mal nach der Installation von Capture in die Schaltung gesetzt wird
Dokumentation des Stromlaufplans
Das schnelle Hinzufügen der PSpice-Null
Ein wenig Theorie: Die PSpice-Masse vergibt nur einem Knoten die Bezeichnung "0"
Zusammenfassung der wichtigsten Tastaturkürzel

Bisher haben Sie gelernt, wie Sie im Schaltplaneingabeprogramm Capture ein PSpice-Projekt anlegen. Dabei erhielten Sie ein leeres Schaltbildfenster, das mit einem leeren Blatt Papier vergleichbar ist. Am Beispiel eines nachfolgend abgebildeten Stromlaufplans lernen Sie in diesem Kapitel, wie die Schaltplaneingabe für eine erfolgreiche Simulation zu erfolgen hat.

Stromlaufplan eines RC-Gliedes
Diese Schaltung eines einfachen RC-Glieds dient als Beispiel für die Eingabe eines Stromlaufplans (Projekt projekt1 aufrufen, projekt1.zip aufrufen).

Bauteilebibliotheken (OLB-Dateien)

Für eine Zeichnung benötigen Sie natürlich Bauteile. Bevor Sie an das Zeichnen gehen, sollten Sie wissen, dass sich die Bauteile in Bibliotheken befinden, welche die Datei-Endung OLB besitzen. Die Bauteile sind in verschiedene OLB-Bibliotheken gegliedert. So gibt es zum Beispiel die analog.olb für analoge Standard-Bauteile wie Widerstände, Kondensatoren und Induktivitäten oder z.B. eine source.olb für verschiedene Wechsel- und Gleichspannungsquellen. Die Lite-Version besitzt eine eval.olb, die eine Reihe von ausgewählten Halbleitern enthält.

Der Part-Browser

Die Symbole und OLB-Bibliotheken rufen Sie über das Bauteileauswahlfenster (Part-Browser, Place-Part-Fenster) auf, indem Sie ein P auf Ihrer Tastatur eingeben. Das geht nur dann, wenn sich das Schaltbildfenster vor dem Projektfenster befindet.

Der Part-Browser
Der Part-Browser kommt mit Hilfe der Tastatureingabe P zum Vorschein.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Wenn sich das Schaltbildfenster im Vordergrund befindet, erscheint auf der rechten Seite eine senkrechte Werkzeugleiste. Betätigen Sie dort den Knopf in der nachfolgenden Abbildung:

Knopf zum Aufrufen des Part-Browser
Button in der rechten, senkrechten Werkzeugleiste zum Aufrufen des Part-Browsers. Oder tippen Sie ein "P" ein.

PSpice-Bibliotheken (LIB-Dateien, Modell-Bibliotheken)

Eine Schaltung können Sie nur dann erfolgreich simulieren, wenn die Bauteile, die Sie verwenden, auch mit entsprechenden PSpice-Bibliotheken verknüpft sind. PSpice-Bibliotheken besitzen die Datei-Endung LIB. Diese Dateien sind mit einem ganz normalen ASCII-Editor wie z.B. Notepad les- und editierbar. Eine LIB-Datei besteht aus einer Ansammlung von PSpice-Modellen und Unternetzwerken, die für die Simulation unerlässlich sind. Wie Sie Modelle und Unternetzwerke verändern, erstellen oder z.B. aus dem Internet beziehen, erfahren Sie im Laufe des Kurses.

Nicht alle OLB-Dateien sind mit LIB-Dateien verknüpft. Im Pfad \Capture\Library befinden sich nur OLB-Dateien, die nicht mit PSpice-Bibliotheken verknüpft sind. Diese können Sie zwar für das Zeichnen von Stromlaufplänen verwenden, allerdings funktionieren die Simulationen damit nicht.

Im Pfad \Capture\Library\PSpice finden Sie die für uns interessanten Bauteile, die ausnahmslos mit LIB-Dateien verknüpft sind.

Aufrufen und Anordnen der Bauteile

Das nachfolgende Video zeigt Ihnen, wie zwei Widerstände aufgerufen und dann im Schaltplanfenster angeordnet werden. Zuerst den Part-Browser aufrufen, dann die Bibliothek "analog.olb" hinzufügen. Danach wählen Sie aus dieser analog.olb den Widerstand R aus.

Aufrufen des Part-Browsers wie bereits beschrieben, Hinzufügen der Bibliothek "analog.olb", aus der Sie das Bauteil R (R für Widerstand) auswählen. Der Widerstand R2 ist mit der Tastatureingabe R zu drehen (4widerstaende.avi).

Nachdem Sie den ersten Widerstand per linken Mausklick auf dem Schaltbild angeordnet haben, "klebt" ein weiterer Widerstand an Ihrem Mauspfeil. Um Ihn zu drehen, müssen Sie nur ein R (r für rotieren, drehen) in Ihre Tastatur eingeben. Wenn Sie die dann richtige Position für den zweiten Widerstand gefunden haben, klicken Sie erneut mit der linken Maustaste. Sie könnten dann einen dritten Widerstand positionieren, der automatisch die Bezeichnung "R3" besitzt.

Rotieren eines Bauteils
Andere Methode, um ein Bauteil zu drehen: Klicken Sie einmal mit der linken Maustaste auf das Bauteil, um es auszuwählen. Dann einmal mit der rechten Maustaste, um ein kleines Auswahlfenster zu öffnen. Dort wählen Sie "Rotate".

Um den Mauspfeil schließlich von dem Widerstandssymbol zu befreien, betätigen Sie auf Ihrer Tastatur die Taste "Entf" bzw. "Del". Oder Sie öffnen mit der rechten Maustaste ein kleines Auswahlfenster und wählen "End Mode", wie Sie es in der nachfolgenden Abbildung vorfinden.

Auswahlfenster
Auswahlfenster mit der rechten Maustaste aufrufen, um die Maus von dem Widerstandssymbol zu lösen.

Achten Sie beim Platzieren der Bauteile und Verdrahtungen unbedingt darauf, dass der Knopf  "Snap to Grid" , welcher sich auf der rechten Seite der Werkzeugleiste von Capture befindet, keine rote Färbung zeigt. Zeigt er nämlich eine rote Fläche  , ist dies als Warnhinweis zu verstehen, weil dann die Bauteile und alle anderen Elemente nicht mehr im Gitter einrasten und dadurch keine Verbindungen entstehen können.

Horizontal und Vertikal Spiegeln der Bauteile und Symbole

Bei manchen Bauteilen - z.B. Operationsverstärken -  ist es notwendig, diese auch horizontal und vertikal spiegeln zu können. Dies können Sie mit den Tastatureingaben "H" oder "V" bewerkstelligen. Oder sie wählen im kleinen Auswahlfenster "Mirror Horizontally" bzw. "Mirror Vertically".

Verschieben von Bauteilen oder anderen Elementen des Schaltplans

Das nachfolgende Video zeigt, wie Sie einen Widerstand verschieben. Zuerst klicken Sie auf den Widerstand mit der linken Maustaste, damit dieses Bauteil aktiviert ist. Dadurch verfärbt es sich rosa. Dann verschieben Sie es mit linker, gedrückter Maustaste. Dort, wo Sie den Widerstand platzieren möchten, lassen Sie die Maustaste los. Die Aktivierung des Widerstands heben Sie auf, indem Sie außerhalb des Widerstands auf den Schaltplan klicken.

So verschieben Sie Bauteile. Per Mausklick Bauteil aktivieren und dann mit gedrückter Maustaste verschieben, bis Sie den richtigen Platz gefunden haben (verschieben.avi).


Gruppierungen bilden und Schaltungsteile kopieren

Sie können nicht nur einzelne Bauteile oder Drahtstücke markieren und damit auswählen, sondern auch eine vollständige Schaltungen oder Teile davon. Ziehen Sie, wie es das nachfolgende Video zeigt, mit linker gedrückter Maustaste einen Rahmen um das betreffende Gebiet. Lassen Sie dann die Maustaste los. Dann verschieben Sie mit linker, gedrückter Maustaste die Gruppierung.

Diese Gruppierung können sie auch mit den bei Windows üblichen Tastaturbefehlen Paste (Strg+C) und Copy (Strg+V) kopieren. Der Kopiervorgang gelingt sowohl innerhalb der Schaltung als auch in andere Schaltungen und Projekte. Gruppierungen können Sie also in die Schaltpläne anderer PSpice-Projekte hineinkopieren. Auch können Sie auf diese Weise für Ihre Dokumentation die Schaltung in das Schriftdokument eines Schreibprogramms kopieren. Mit Strg+X können Sie die Gruppe entfernen und in der Zwischenablage von Windows ablegen.

Gruppierung auswählen: Ziehen Sie mit linker, gedrückter Maustaste einen Rahmen. Maustaste loslassen. Dann wieder mit linker, gedrückter Maustaste die Gruppierung verschieben. Die Gruppierung aufheben, indem Sie außerhalb der Gruppe klicken (gruppe.avi).

Weitere Informationen zum Umkopieren von Schaltungsteilen finden Sie Abschnitt "Kopieren und Einfügen von Schaltungsteilen".

Entfernen von Bauteilen oder anderen Elementen des Schaltplans

Klicken Sie das Bauteil einmal mit der linken Maustaste an. Es ist dann aktiviert und verfärbt sich rosa. Nun auf Ihrer Tastatur "Entf" oder "Del" betätigen. Andere Methode: Rechte Maustaste anklicken und auf die Auswahl "Delete" des eben erschienenen kleinen Fensters klicken. Nach dieser Methode können Sie auch Drahtverbindungen löschen.

Bauteil löschen
Zu löschendes Objekt mit linker Maustaste aktivieren. Dann rechte Maustaste wählen und "Delete" im Auswahlfenster betätigen.

Einsetzen des Kondensators

Beim Einsetzen des Kondensators können Sie nach der gleichen Methode vorgehen, die Sie bei den Widerständen verwendet hatten. Allerdings brauchen Sie die analog.olb nicht mehr neu zu laden, da sich der Kondensator ebenfalls in der analog.olb befindet. Das heißt, sie müssen nicht mehr den Knopf "Add Library" im Place-Part-Fenster betätigen.

Da Sie von der analog.olb bereits Bauteile bezogen haben, können Sie beim Einbauen des Kondensators, der sich ebenfalls in der analog.olb befindet, einen sehr schnellen Weg einschlagen. Die Abkürzung für Kondensator heißt C. Geben Sie in das Eingabefeld der oberen Werkzeugleiste einfach ein C ein und betätigen Sie dann die Eingabetaste auf Ihrer Tastatur.

Eingabe der Bauteile in die obere Werkzeugleiste
Für den schnellen Aufruf von Bauteilen können Sie die Eingabe in der oberen Werkzeugleiste verwenden. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Bibliothek, in der sich das Bauteil befindet, bereits geladen ist.

Das nachfolgende Video zeigt Ihnen, wie Sie den Kondensator bequem in die Schaltung einbauen können.

Da sich der Kondensator (C) ebenfalls in der bereits geladenen analog.olb befindet, gibt es einen schnellen Weg über die obere Werkzeugleiste (7Kondensator.avi).


Im Laufe der Zeit und des Kurses werden Sie die wichtigsten Bauteile-Abkürzungen beherrschen und sehr oft diese Methode anwenden.


Einsetzen der Gleichspannungsquelle VDC

Die wichtigsten Quellen befinden sich in der Bibliothek source.olb (engl. source = Quelle). VDC ist in PSpice die Abkürzung für Gleichspannungsquelle. Das nachfolgende Video zeigt Ihnen, wie Sie diese Spannungsquelle einbauen. Die Vorgehensweise ist ganz ähnlich wie bei den Widerständen. Diese Spannungsquelle ist übrigens ideal und hat keinen Innenwiderstand. Der Kondensator und die Widerstände sind ebenfalls ideal.

Einbauen der Gleichspannungsquelle (VDC) in die Schaltung (8vdc.avi).

Was der Schaltung noch fehlt, ist die Verdrahtung und die Masse.


Wo finde ich welches Bauteil? - Automatische Bauteilesuche mit Part Search

An dieser Stelle haben Sie sich vielleicht gefragt, wie Sie herausfinden, in welcher Bibliothek sich welches Bauteil befindet. Zum Glück gibt es eine Suchmaschine, deren Anwendung das nachfolgende Video zeigt.

Angenommen, Sie suchen den Transistor 2N2222. Rufen Sie wie gewohnt den Part-Browser auf und klicken Sie dann auf "Part Search".

Rufen Sie wie gewohnt den Part-Browser auf und mit "Part Search" finden Sie Ihr gesuchtes Bauteil (9partsearch.avi).


Wenn Sie unter Part Name allerdings wie gewohnt nur nach dem Ausdruck 2N2222 suchen lassen, wird die Suche erfolglos bleiben. Warum? Die Bezeichnungen der amerikanischen Halbleiter sind nach den amerikanischen MIL-Vorschriften angegeben. Danach fangen z.B. Gleichrichterdioden mit D an und bipolare Transistoren mit Q an. Wenn Sie diese Buchstaben nicht kennen oder sich nicht sicher sind, geben Sie einfach ein "?" oder "*" als Platzhalter ein. Wenn Sie z.B. Q2N* eingeben, werden Ihnen alle Bauteile aufgelistet, die mit Q2N anfangen. Bei europäischen Halbleitern können Sie mit der gewohnten Schreibweise verfahren.

Die Bauteilesuche forstet nicht die ganze Festplatte durch, sondern beschränkt sich auf den aktuellen Pfad, den Sie unter "Library Path" eintragen können. In der Regel befinden sich all Ihre OLB- und LIB-Dateien in einem gemeinsamen Ordner.


Abspeichern der bisherigen Arbeiten

Vergessen Sie nicht, hin und wieder in der oberen Menüleiste den Button mit dem Diskettensymbol zu betätigen, um Ihre bisherige Arbeit zu sichern. Wenn Sie eine Kopie ihrer Arbeiten anlegen wollen, verwenden Sie nie "Menüleiste - File - Save As".

Arbeiten sichern
Sichern Sie ab und zu Ihre Arbeit. Dieser Knopf mit dem Diskettensymbol befindet sich in der oberen Werkzeugleiste.


Die Verdrahtung der Schaltung

Der Schaltung fehlt vor allen Dingen noch die Verdrahtung. Um die Verdrahtungsfunktion zu aktivieren, können Sie entweder ein W (von engl. wire = Draht) auf Ihrer Tastatur eingeben oder klicken Sie auf das nachfolgend abgebildete Symbol, welches sich in der rechten, senkrechten Werkzeugleiste befindet. Ihr Mauszeiger verwandelt sich dann von einem Pfeil zu einem Kreuz.

Verdrahtungsknopf
Button in der rechten Werkzeugleiste, um die Verdrahtungsfunktion zu aktivieren. Verwechseln Sie diesen Knopf nicht mit einem ähnlichen, der etwas darunter liegt und dickere Linien in seinem Symbol aufzeigt. Dieser untere Knopf ist für das Anbringen von mehradrigen, digitalen Busverbindungen vorbehalten.

Die Verdrahtung können Sie fast ausschließlich mit der linken Maustaste vornehmen.


Verlassen des Verdrahtungsmodus
Klicken Sie auf den Knopf mit dem Pfeilsymbol, welcher sich ganz oben in der rechten, senkrechten Werkzeugleiste befindet.


Verlassen des Verdrahtungsmodus
Klicken Sie auf das Pfeilsymbol in der Werkzeugleiste, um den Verdrahtungsmodus wieder zu verlassen.

Verdrahtung starten
Eine Verdrahtung starten Sie, indem Sie mit der linken Maustaste den Anfangspunkt der Verdrahtung bestimmen.

Draht mit Bauteil verbinden
Das nachfolgende Video zeigt den Vorgang: Klicken, um mit dem Draht zu beginnen. Dann auf das graue Rechteck des Bauteilepins fahren. Wenn ein roter Punkt erscheint, klicken Sie erneut. Fertig ist die Verbindung. Auf diese Weise können Sie einen Draht auch mit einem anderen Draht verbinden.

Draht mit Widerstand verbinden. Egal, ob Bauteil oder Draht. Immer dann, wenn der rote Punkt erscheint, klicken, um eine leitende Verbindung zu erzeugen. (draht1.avi).

Draht beenden
Das nachfolgende Video zeigt die Vorgehensweise: Den Draht wie gewohnt ziehen. Dort Klicken, wo der Draht enden soll. Mit der rechten Maustaste das Auswahlfenster öffnen und "End Wire" auswählen. Andere Möglichkeit ohne Auswahlfenster: Klicken, um das Drahtende festzulegen. Dann nochmals auf das rosafarbene, rechteckige Drahtende klicken. Danach können Sie mit einem weiteren Klick an einer anderen Stelle einen neuen Drahtanfang bilden.

So beenden Sie ein Stück Draht (endwire.avi).

Kreuzungen bewältigen
Das nachfolgende Video zeigt Ihnen, wie Sie mit sich kreuzenden Drähten umgehen. Zuerst wird ein neuer Draht rechtwinklig zu einem bereits vorhandenen gezogen. Kurzeitig erscheint der rote Punkt. Da sie nicht klicken, während der rote Punkt sichtbar ist, entsteht keine leitende Verbindung. Im zweiten Schritt zeigt das Video, wie Sie nachträglich eine leitende Verbindung erzeugen können.

So stellen Sie sowohl eine leitende als auch eine isolierende Kreuzung von zwei Drähten her (kreuzung.avi).

Die vollständige Verdrahtung und das anschließende Zurechtrücken der Bauteile
Das nachfolgende Video zeigt Ihnen zusammenfassend einen effektiven Verdrahtungsvorgang. Im Anschluss daran werden die Bauteile noch zurechtgerückt, ohne dass dabei die Verdrahtung aufgehoben werden muss.

Die Verdrahtung und das anschließende Zurechtrücken der Bauteile (11verdraht.avi).

Tipp: Halten Sie vor und während des Verschiebens der Bauteile die Umschalttaste für Groß- und Kleinschreibung gedrückt. Die Verdrahtung gehorcht dann nicht mehr dem rechten Winkel.

Was tun, wenn ein Draht und ein Bauteil übereinander liegen?
Der nachfolgend abgebildete Fehler trifft häufig bei Anfängern auf. Ein Draht liegt unter einem Widerstand und verursacht damit einen Kurzschluss. Wie entfernen Sie den Draht?


Drahtabschnitt entfernen
Draht entfernen: Widerstand markieren (wird rosa), mit Strg+X in die Zwischenablage, dann den Draht löschen. Widerstand mit Strg+V wieder einsetzen.

Markieren (aktivieren) Sie einfach mit einem einfachen Maus-Klick den Widerstand. Dann betätigen Sie wie bei einem Textverarbeitungsprogramm Strg+X auf Ihrer Tastatur. Der Widerstand verschwindet dadurch in der Zwischenablage. Jetzt können Sie den Drahtabschnitt markieren und löschen. Danach setzen Sie mit Strg+V den Widerstand wieder an seinen ursprünglichen Platz.

Eine andere Methode besteht darin, die übereinander liegenden Elemente mit der linken Maustaste bei gleichzeitig gedrückter Tabulatortaste auszuwählen.

Dass etwas übereinander liegt, merken Sie beim Zeichnen an einem kleinen gelben Warndreieck mit Ausrufezeichen, das sich in der Nähe Ihres Mauszeigers aufhält.

Netznamen (Net-Alias) vergeben

PSpice vergibt jedem Netz (Drahtverbindung, Knoten) einen besonderen Namen. Doch sind diese Namen nicht besonders leicht zu merken. Deshalb können Sie eigene Namen vergeben, damit Sie z.B. später bei der Auswertung der Simulation bestimmte Punkte der Schaltung besser wieder finden können. In unserer Beispielschaltung sollen Sie den Ausgang des RC-Gieds mit "aus" bezeichnen und den Eingang mit "ein". Ob sie für die Netzbezeichnungen eine Groß- oder Kleinschreibung wählen, spielt keine Rolle.

Im nachfolgenden Video wird Ihnen gezeigt, wie Sie den Ausgangknoten der Schaltung mit "aus" bezeichnen.

Vergeben eines Netznamens. Statt wie gezeigt die rechte Werkzeugleiste zu bemühen, können Sie auch ein "N" auf Ihrer Tastatur eingeben (netalias.avi).

Dazu noch ein Tipp: Das Kästchen mit der Netznamenbezeichnung dürfen Sie erst dann per Mausklick von dem Mauszeiger befreien, wenn die untere Rahmenkante des Kästchens bündig an einem Draht sitzt.

Vergeben Sie versehentlich keine gleichen Netznamen, denn das würde Kurzschlüsse bedeuten. Außerdem dürfen die Netznamen nur Buchstaben, das Dollarzeichen, Ziffern oder einen Unterstrich enthalten. Umlaute und andere Sonderzeichen sind verboten.

Endet ein Netzname mit einer Ziffer, so wird diese Ziffer automatisch hochgezählt, wenn Sie weiteren Knoten Netznamen vergeben möchten (z.B. a1, a2, a3, a4 u.s.w.).

Wenn Sie keine eigenen Netznamen vergeben, übernimmt das Capture automatisch. Um diese Namen zu erfahren, klicken Sie doppelt auf eine Verdrahtung. Es öffnet sich ein Fenster (Property-Editor). Dort können Sie unter Namen den Netznamen ablesen.


Die Bauteilebezeichner (R1, R2, R3 ...) verändern

Wie Ihnen vielleicht aufgefallen ist, erfolgt ein automatisches Durchnummerieren der Bauteilebezeichner. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie die Bauteilebezeichner nach eigenen Vorstellungen verändern können. Verwenden Sie auch hier keine Umlaute.

Den Bezeichner ändern. Klicken Sie einmal gezielt auf "R1", um diese Beschriftung zu aktivieren. Dann erfolgt ein Doppelklick, damit sich ein Fenster öffnet (bezeichner.avi).


Die Bauteilewerte verändern und die richtige Schreibweise für Bauteilewerte

Dies funktioniert im Prinzip ebenso wie bei den Bauteilebezeichnern. Nur klicken Sie, um die Bauteilewerte zu verändern, selbstverständlich auf die Bauteilewerte. Das nachfolgende Video macht es Ihnen vor, wie Sie den Wert 3,3 kOhm richtig eintragen

Beim Verändern der Bauteilewerte gehen Sie wie bei den Bauteilebezeichnern vor. Achten Sie allerdings auf die besondere Schreibweise der Werte (wert.avi).

Bauteilewerte verändern. Es funktioniert wie bei den Bauteilebezeichnern. Einmal auf gezielt auf "1k" klicken, dann nochmals doppelt auf dieselbe Stelle klicken, damit sich ein Fenster öffnet, in welchem Sie den neuen Wert eintragen können (wert.avi).

Achten Sie unbedingt auf die richtige Schreibweise!
Die Tücke liegt hier nicht in der Bedienung der Oberfläche, sondern in der Schreibweise. Fehler können fatale folgen haben. So dürfen Sie nie ein Komma für die Dezimaltrennung verwenden. Verwenden Sie immer einen Punkt für die Dezimaltrennung! Zwischen der Zahl und dem dezimalen Vielfacher oder Teiler darf auch kein Leerzeichen stehen! Die Eingabe "3.3 k" wäre also falsch. Richtig heißt es "3.3k". Groß- oder Kleinschreibung spielt auch hier keine Rolle. Was hinter dem "k" steht, ignoriert PSpice. Sie dürften also auch "3.3kiloOhm" oder "3.3Kartoffeln" eintragen. Ein fataler Fehler wäre allerdings "3k3" einzutippen. PSpice interpretiert das als 3000 Ohm und nicht als 3300 Ohm. Eine Fehlermeldung erfolgt dabei nicht und PSpice würde ein falsches Ergebnis liefern, das Sie als solchen nicht sofort erkennen, da Ihnen das Ergebnis bei einer Abweichung von etwa 10 % noch plausibel erscheinen mag. Statt "3.3k" dürfen Sie auch die in vielen Programmiersprachen übliche Schreibweise "3.3e+3" verwenden. Da die Grundeinheit Ohm nicht angeben werden muss, reicht es auch aus, wenn Sie einfach nur "3300" eintippen.

Tabelle der zulässigen Abkürzungen für die Bezeichnung der Bauteilewerte
(Diese Tabelle in einem gesonderten Fenster anzeigen lassen)

Dezimale Vielfache und Teiler und andere Bezeichnungen für die Bauteilewerte
Dezimale(r)
Teiler/Vielfache
PSpice-
Syntax
Name Beispiele und typische Falscheingaben
10-15 F, f Femto "1F" beim Kondensator = 1 Femto-Farad und
nicht 1 Farad
10-12 P, p Pico "1p" beim Kondensator = 1 pF
10-9 N,n Nano "1n" bei der Periodendauer = 1 Nano-Sekunde
10-6 U, u Micro "1u" beim Kondensator = 1 Mikro-Farad
Achtung. Geben Sie niemals den sonst üblichen
griechischen Buchstaben ein.
10-3 M, m Milli "1M" beim Widerstand = 1 Milli-Ohm und
nicht 1 Mega-Ohm
1 keine Angabe
notwendig

---

"100" beim Widerstand = 100 Ohm
10+3 K, k Kilo "1.8k" beim Widerstand = 1,8 Kilo-Ohm
10+6 MEG, meg, Meg Mega "100.8Meg" bei der Frequenz = 100,8 MHz
10+9 G, g Giga "1g" beim Widerstand = 1 Giga-Ohm
10+12 T, t Tera "1T" beim Widerstand = 1 Tera-Ohm
Clock Cycle C, c Clock-Cycle (bei
digitalen Quellen)

----

25.4*10-6 MIL, mil, Mil mil

---


Die für die Simulation unverzichtbare PSpice-Masse

Wenn Sie alle Bezeichner und Bauteilewerte geändert haben, müsste Ihre Schaltung wie folgt aussehen:

Das Wichtigste fehlt noch: Die PSpice-Masse
Das Wichtigste fehlt noch für die Simulation: Die PSpice-Masse 0.

Dieser Schaltung fehlt allerdings noch das Wichtigste für eine erfolgreiche Simulation: Die PSpice-Masse. Um Simulieren zu können, benötigt nämlich jeder Knoten der Schaltung einen Strompfad zur Masse.

Symbol der PSpice-Masse
Das Symbol der PSpice-Masse hat immer die Bezeichnung 0. Ohne die Null geht nichts bei einer analogen Simulation.

Wie die PSpice-Masse das erste Mal nach der Installation von Capture in die Schaltung gesetzt wird

Das nachfolgende Video zeigt Ihnen, wie Sie vorgehen müssen, wenn Sie das erste Mal nach der Installation von Capture das Masse-Symbol in die Schaltung einsetzen. Danach ist der Vorgang dann viel einfacher.

So installieren Sie die PSpice-Masse das erste Mal nach der Installation von Capture(masse.avi).


Der Vorgang Schritt für Schritt erklärt:

1. Bringen Sie das Schaltbildfenster in den Vordergrund.
2. Klicken Sie in der rechten Werkzeugleiste auf dem Knopf mit der grünen Aufschrift "GND". Andere Methode: Tippen Sie ein "G" ein.
3. Klicken Sie dann auf  die Schaltfläche "Add Library...". Anmerkung: In der Bibliothek CAPSYM entdecken Sie zwar sehr viele Massesymbole, die aber erst dann brauchbar sind, wenn Sie Ihnen den Namen "0" vergeben.
4. Wechseln Sie in den Ordner PSpice und wählen Sie dort die source.olb aus.
5. Holen Sie sich aus diesem Bauteil das Masse-Symbol, welches den Namen "0" besitzt.
6. Setzen Sie die Masse in die Schaltung ein und speichern Sie sie ab.

Damit wäre Ihre Schaltung fast bereit für die erste Simulation. Was allerdings noch fehlt, ist ein Simulationsprofil.

Dokumentation des Stromlaufplans

Wenn Sie Ihren Stromlaufplan dokumentieren wollen, können Sie entweder ein Screen-Shot von Ihrer Zeichnung anfertigen (z.B. mit der Tastaturkombination Alt+Druck) oder Sie ziehen mit linker, gedrückter Maustaste einen Rahmen um das Schaltbild. Die so markierte Schaltung können Sie nun in die Zwischenablage von Windows (z.B. mit dem Tastaturbefehl Strg+C) verfrachten. Mit dem Tastaturbefehl Strg+V können Sie die Schaltung nun in ein Textverarbeitungsprogramm umkopieren. Hier wird es in den meisten Fällen als Vektorbild vorliegen.


Das schnelle Hinzufügen der PSpice-Null

Für alle zukünftigen Projekte können Sie einen schnelleren Weg einschlagen, den Ihnen das nachfolgende Video vorschlägt. Erinnern Sie sich noch, wie Sie den Kondensator eingebaut haben? Dazu haben Sie nur ein "C" in das obere Eingabefeld der oberen Werkzeugleiste eingeben und dann die Eingabe-Taste ihrer Tastatur betätigt. Um das Massesymbol zu erhalten, geben Sie ab jetzt dort einfach eine "0" (Null) ein.

Jetzt können Sie die Masse nach derselben Methode einsetzen, die Sie beim Kondensator gelernt haben. Geben Sie einfach eine "0" in das obere Eingabefenster (schnellnull.avi).


Ein wenig Theorie: Die PSpice-Masse vergibt nur einem Knoten die Bezeichnung "0"

Das nachfolgende Video soll Ihnen verdeutlichen, dass mit der PSpice-Masse eigentlich nur einem Knoten der Name Null vergeben wird. Sie müssen also nur dem entsprechenden Knoten den Net-Alias "0" vergeben.

Das Masse-Symbol sorgt lediglich dafür, dass einem Knoten (Netz) der Name "0" vergeben wird (netnull.avi).

Da nur Eingeweihte wissen, dass die "0" für Masse steht, sollten Sie eher zu dem gewohnten Massesymbol greifen. Auf jeden Fall ist diese Schaltung für eine Simulation tauglich. Was noch fehlt, ist ein Simulationsprofil, das angibt, wie die Simulation auszuführen ist. Dazu erfahren Sie im nächsten Kapitel mehr.

Zusammenfassung der wichtigsten Tastaturkürzel

Die nachfolgenden Tastaturkürzel sollten Sie sich für die praktische Arbeit merken, wenn Sie Ihre Schaltpläne schnell eingeben möchten. Sie müssen lediglich die Buchstaben eingeben. Sie brauchen dabei nicht gleichzeitig die Strg- oder Ctrl-Tasste betätigen, wie es bei dem Schaltplaneingabeprogramm Schematics notwendig war.

R = Symbole drehen
V = Symbole vertikal spiegeln
H = Symbole horizontal spiegeln
P = Part-Browser aufrufen
W = Drähte ziehen

Im nächsten Abschnitt führen Sie endlich Ihre erste Simulation aus.