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10. Die Darstellungen im Probe-Fenster

Achsenabschnitte und die Gitterdarstellung verändern
Grafische Elemente und Texte einblenden
   Einzeichnen einer Arbeitsgerade
   Einblenden von Texten
Aufrufen und Abspeichern des Erscheinungsbildes
   Aufrufen über Probe
   Direktes Aufrufen aus Capture heraus

Diagramme in Textverarbeitungssysteme übertragen
Die Grafen dicker darstellen und mit Mustern und Symbolen versehen
Einstellungen direkt in der PSpice.ini vornehmen

Das Probe-Fenster ermöglicht die grafische Anzeige der von PSpice errechneten Werte. Dieses Kapitel soll Ihnen zeigen, wie Sie die Darstellung der grafischen Anzeige nach Ihren Wünschen anpassen können. Sie lernen auch, wie Sie diese Darstellungsweisen abspeichern und auf verschiedene Weisen aufrufen.

Achsenabschnitte und die Gitterdarstellung verändern

Das Beispiel des vorhergehenden Kapitels stellte die Kennlinienschar mit einem Y-Achsen-Abschnitt dar, der einen negativen Bereich darstellte, obwohl dies nicht notwendig ist. Es würde völlig ausreichen auf der Y-Achse nur 0 bis 150 mA darzustellen. Dies können Sie wie folgt einstellen:

Settings
X- und Y-Achsenabschnitte anpassen: Klicken Sie mit rechter Maustaste exakt auf eine senkrechte Linie außerhalb der Kennlinieschar. Mit der linken Maustaste wählen Sie dann "Settings" aus.

Klicken Sie außerhalb der Kennlinienschar mit der rechten Maustaste exakt auf eine senkrechte Linie. Dann mit der linken auf  "Settings". Es öffnet sich darauf ein Fenster "Axis Settings", welches Ihnen ermöglicht, unter den Registerkarten "X Grid" und "Y Grid" die Gitterdarstellung zu verändern. Unter X- und Y-Axis können Sie unter anderem die Abschnitte für die Achsen wählen.

Wenn Sie in der Registerkarte Y-Axis die folgenden Einstellungen übernehmen,


Einstellungen für die Y-Achse: Unter "User Defined" wählen Sie einen Achsenabschnitt von 0 bis 150 mA. Unter "Axis Title" vergeben Sie der Y-Achse einen anderen Namen, wenn Sie dies wollen. Unter "Scale" könnten Sie noch zwischen einer linearen oder logarithmischen Darstellung wählen.

erhalten Sie das nachfolgende Erscheinungsbild von Probe:

3alternatedisplay
Das Probefenster: Die Y-Achse trägt nun den Namen "Kollektorstrom und reicht von 0 bis 150 mA.

In der oberen Darstellung sehen Sie im Probefenster neben dem Diagramm zudem nur noch die Menüleiste. Die anderen Fenster und Leisten lassen sich nämlich wegblenden, wenn Sie auf den Knopf "Alternate Display" klicken, welcher rechts in der Menüleiste erscheint.

Wenn Sie die X-Achsen-Einstellungen hätten ändern wollen, dann hätten Sie die Registerkarte "X-Axis" öffnen müssen:

X-Achse
In der Registerkarte "X Axis" des Fenster "Axis Settings" besteht die Möglichkeit eine andere X-Achsen-Variable auszuwählen.

Hier könnten Sie neben den von der Y-Achse bereits bekannten Einstellungen noch die Variable für die X-Achse ändern. Statt der Kollektorspannung könnten Sie sich dann auf der horizontalen Achse die Werte einer anderen Variablen anzeigen lassen.

Grafische Elemente und Texte einblenden

Einzeichnen einer Arbeitsgerade

Wie Sie grafische Elemente einzeichnen können, soll Ihnen am Beispiel einer Arbeitsgeraden erklärt werden:

Gerade einzeichnen
Über "Menüleiste - Plot - Label - Line" lässt sich eine Gerade einzeichnen.

Gehen Sie in die Menüleiste von Probe und rufen Sie von dort über Plot - Label - Line einen Bleistift auf, den Sie nun anstatt Ihres normalen Mauszeigers sehen. Per linken Mausklick setzen Sie jeweils den Anfangs- und Endpunkt des Geradenabschnitts, welches Sie einzeichnen möchten. Wenn Sie die Linie wieder löschen möchten, klicken Sie auf diese, so dass Sie markiert und somit rot gekennzeichnet ist. Dann auf Ihrer Tastatur die Taste "Entf" oder "Del" betätigen.

Die Darstellung sieht dann wie folgt aus:

eingezeichnete Linie
Arbeitskennlinie eingezeichnet.

Einblenden von Texten

Nach fast derselben Vorgehensweise bauen Sie auch Texte ein:


Texte einblenden
So blenden Sie Texte ein: "Menüleiste - Plot - Label - Text".

Gehen Sie dazu in die Menüleiste von Probe auf  Plot - Label - Text. Dann öffnet sich ein kleines Fenster, in welchem Sie den Text eintragen können:

Fenster für Text
Hier tragen Sie den Text ein. Verwenden Sie keine Umlaute.

Verwenden Sie keine Umlaute, denn diese werden nicht angezeigt. Die Texteinblendungen lassen sich verschieben, wenn Sie diese markieren und dann mit linker gedrückter Maustaste verschieben. Markierte Texte können mit der "Entf"-Taste gelöscht werden. Manchmal verschwinden Sie erst dann, nachdem man das Fenster geschlossen hat. Nach der gleichen Methode löschen Sie auch die anderen grafischen Elemente.

eingeblendeter Text
Das Diagramm mit eingeblendetem Text.

Aufrufen und Abspeichern des Erscheinungsbildes

Aufrufen über Probe

Wenn Sie nun Ihr Probe-Fenster vollständig schließen und es wieder erneut aufrufen (entweder mit der Taste F11 oder F12 in Capture), dann müssen Sie enttäuschend feststellen, dass all die in diesem Kapitel vorgestellten Einstellungen verschwunden sind. Um sie wieder herzustellen, gehen Sie über die Menüleiste von Probe auf  "Windows - Display Control", wie das nachfolgende Bild es zeigt.

displaycontrol
Das alte Erscheinungsbild rufen Sie in der Menüleiste von Probe unter "Window - Display Control" auf.

Darauf öffnet sich ein weiteres Fenster:


Doppelt auf "LAST SESSION" klicken und es erscheint die ursprüngliche Darstellung.

Wenn Sie doppelt auf "LAST SESSION" klicken, kommt das alte Erscheinungsbild wieder zum Vorschein. Wenn Sie sich diese Darstellung dauerhaft sichern möchten, dann sollten Sie wie abgebildet "LAST SESSION" markieren und unter einem anderen Namen (im Eingabefeld "New Name") abspeichern (mit dem Knopf "Save").

Direktes Aufrufen aus Capture heraus

Die vorhergehend dargestellte Methode hat einen kleinen Nachteil und ist noch etwas umständlich. Angenommen, Sie haben Ihre Schaltung etwas verändert und simulieren Sie nun deshalb erneut. Wie gewohnt starten Sie mit der Taste F11 die Simulation. Um in Probe dieselbe Darstellung zu erhalten, müssten Sie die im letzten Abschnitt beschriebene Prozedur nach jeder Simulation wiederholen. Es geht aber einfacher:

Rufen Sie in Capture (Schaltplaneingabe-Programm) über den Knopf  "Edit Simulation Settings",  welchen Sie in der oberen Werkzeugleiste Werkzeugleiste von Capture finden, Ihr bereits erstelltes Simulationsprofil "Kennlinienschar" auf.

In diesem Simulationsprofil rufen Sie dann die Registerkarte "Probe Window" auf:

Probe Window
Registerkarte "Probe Window" im Fenster "Simulation Settings": Unter "Show" "Last plot." wählen.

Dort wählen Sie unter "Show" "Last plot." aus. Dann wie immer mit "OK" bestätigen. Ab jetzt werden für dieses Simulationsprofil automatisch die Einstellungen der letzten Darstellung aufgerufen. Im nachfolgenden Video ist es demonstriert:

So rufen Sie direkt aus Capture immer wieder Simulationen auf, die sich in Probe mit dem letzten Erscheinungsbild präsentieren. (direkt.avi).

Dieses Verfahren ist besonders interessant, wenn Sie nicht mit Markern arbeiten und stattdessen die Werte oder Variablen mit dem "Add Traces-Fenster" von Probe festlegen.


Diagramme in Textverarbeitungssysteme übertragen

Wenn Sie sich viel Mühe für ein Erscheinungsbild gemacht haben, dann möchten Sie es vielleicht für Ihre Dokumentation als Bild in einem Text-Dokument abspeichern. Es besteht prinzipiell die Möglichkeit aktive Windows-Fenster mit dem Tastaturbefehl ALT+Druck als pixelbasiertes Bild in die Zwischenablage zu befördern, um dieses dann weiter verarbeiten zu können. Probe bietet allerdings eine elegantere Methode:

Wenn Sie in der Menüleiste von Probe Window - Copy to Clipboard aufrufen,

Window Copy to Clipboard
So können Sie Ihre Diagramme elegant in Textverarbeitungssysteme übertragen.

kommt das nachfolgende Fenster zum Vorschein:

Colorfilter
Für farbige Ausdrucke ist diese Einstellung zu wählen. Für SW-Bilder wählen Sie "change all colors to black".

Wenn Sie die obige Einstellung mit "OK" bestätigen, erhalten Sie eine (meist) farbige Grafik in der Zwischenablage, die viele Textverarbeitungssysteme als Vektor-Bild behandeln. Dies hat den Vorteil, dass sich die Grafiken gut in ihrer Größe verändern lassen, ohne dass dünne Linien verschwinden. Dieser Effekt tritt manchmal bei auf Pixels basierenden Bildern auf.


plot
Mit Hilfe von "Copy to Clipboard" erzeugtes SW-Bild.

Stromlaufpläne übertragen Sie übrigens auf eine ähnliche Weise in die Zwischenablage: Ziehen Sie in Capture einen Rahmen um den Stromlaufplan. Mit der Tastaturkombination Strg+C legen Sie die so markierte Schaltung in die Zwischenablage. Mit Strg+V können Sie dann die Zwischenablage in ein Graphik-Programm oder oder in ein Textverarbeitungsprogramm kopiern.


Die Grafen dicker darstellen und mit Mustern und Symbolen versehen

Für den Ausdruck oder empfindliche Augen erscheinen die Grafen manchmal zu dünn. Die Dicke können Sie ändern, wenn Sie mit der rechten Maustaste exakt auf einen der Grafen klicken:

Dicke1
Klicken Sie mit der rechten Maustaste exakt auf einen der Grafen.

Es erscheint dann ein Fenster, aus dem Sie "Properties" auswählen. Dann kommt ein weiteres Fenster zum Vorschein:

dicke2
Im Fenster "Trace Properties" wählen Sie unter "Width" die Dickendarstellung des Grafen aus.

Unter "Width" können Sie Dicke des Grafen wählen, unter "Color" die Farbe verändern, unter "Pattern" können Sie zwischen durchgehenden Linien, gestrichelten Darstellungen u.s.w. wählen, unter "Symbol" erhalten die Grafen noch kleine Symbole. Die beiden letzteren Einstellungen machen Sinn, wenn in einem SW-Ausdruck verschiedene Grafen unterschieden werden sollen.

Das Ergebnis könnte dann so aussehen:

Dicke3
Das Ergebnis: Darstellung mit dick gezeichneten Grafen.

Einstellungen direkt in der PSpice.ini vornehmen

Wem der schwarze Hintergrund nicht gefällt und andere Farben für die Grafen verwenden möchte, kann dies dauerhaft in der PSpice.ini abändern, die sich mit einem ganz normalen ASCII-Editor (z.B. Notepad) abändern.

[PROBE DISPLAY COLORS]
NUMTRACECOLORS=12
BACKGROUND=BLACK
FOREGROUND=WHITE
TRACE_1=BRIGHTGREEN


Ausschnitt aus der PSpice.ini: Unter Background wählen Sie z.B. eine andere die Hintergrundfarbe.

In der PSpice.ini ist übrigens auch das gesamte Erscheinungsbild des Probe-Fensters mit der Position der einzelner Fenster und Werkzeugleisten festgelegt. Manchmal ist es schwierig, die gewünschte Position der einzelnen Elemente nach einer versehentlichen Manipulation mit der Maus wieder zu rekonstruieren. Deshalb sollten Sie sich Ihre PSpice.ini sichern.

Zum nächsten Abschnitt.