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37. Kopieren und Einfügen von Schaltungsteilen


Das Übungsbeispiel zum Umkopieren von Schaltungsteilen
Automatisierte Vergabe von neuen Bauteilebezeichnern mit "Annotate"

In diesem Abschnitt lernen Sie, wie Sie Schaltungsteile möglichst elegant kopieren und einfügen. Das Problem dabei ist, dass die Bauteilebezeichner (Part References; R1, R2, R3 u.s.w.) nicht automatisch weitergezählt werden und durch den Kopiervorgang doppelt vorkommen, was bereits beim Design Rule Check zu einer Fehlermeldung führt, so dass weder eine Netzliste gebildet werden kann noch eine Simulation ausführbar ist.

Das Übungsbeispiel zum Umkopieren von Schaltungsteilen

Als Übungsbeispiel dient der im vorhergehenden Abschnitt vorgestellte Röhrenverstärker mit der Doppeltriode ECC81, welcher nun in Serie geschaltet werden soll. Dazu ist eine Teil der Schaltung, der hier rosa markiert ist, auszuwählen und dann umzukopieren:


Der Röhrenverstärker soll kopiert und in Serie geschaltet werden. Dazu wurde durch Ziehen eines Rahmens mit linker gedrückter Maustaste eine Auswahl getroffen. Die ausgewählten Bauteile sind rosafarben markiert (siehe auch triode oder triode.zip).

Der Vorgang des Umkopierens ist auch im Abschnitt "Eingabe eines für die Simulation geeigneten Stromlaufplans" unter "Gruppierungen bilden und Schaltungteile kopieren" beschrieben.

Ob nun die ausgewählten Bauteile vollständig vom Rahmen umschlossen sein müssen (Fully enclosed) oder nur teilweise angeschnitten zu sein brauchen (Intersecting), können Sie vorher in der Menüleiste von Capture unter "Options - Preferences - Registerkarte Select" bestimmen:



Registerkarte "Select", welche Sie in der Capture-Menüleiste unter "Options - Preferences" finden.


Diese Einstellungsmöglichkeit wurde bereits im Abschnitt "Die Grundeinstellungen von Capture" vorgestellt. In den Grundeinstellungen sollte auch unter "Options - Preferences - Registerkarte Miscellaneous" unter "Auto References" "Automatically reference placed parts" immer aktiviert sein:


Sorgen Sie in den Grundeinstellungen von Capture  von Anfang an dafür, dass die Einstellung unter "Auto Reference" aktiviert ist.

Wenn Sie nun den auf diese Weise rosa markierten Schaltungsteil durch Copy und Paste (Tastaturkombinationen Strg+C und Strg+V) innerhalb des Schaltbildes kopieren möchten, erscheinen die meisten Bauteilebezeichner doppelt. Zum Beispiel kommt nun R3 zweimal im Schaltbild vor, was beim Design Rule Check zu einer Fehlermeldung führt. Nun könnten Sie die Bauteilebezeichner von Hand einzeln abändern, was recht mühsam ist. Es gibt aber eine elegantere Methode:

Automatisierte Vergabe von neuen Bauteilebezeichnern mit "Annotate"

Mit der Funktion "Annotate" können Sie die Vergabe von neuen Bauteilebezeichnern automatisch erledigen lassen. Aktivieren Sie dazu das Projektfenster, indem Sie es in den Vordergrund bringen. Markieren Sie dann das Schaltbild im Projektfenster. Im Normalfall markieren Sie also den Schriftzug "SCHEMATIC1", wenn Sie diesen nicht verändert haben. Dann gehen Sie auf die Menüleiste von Capture und rufen unter "Tools - Annotate..." ein Fenster auf:


So rufen Sie das Fenster zur automatisierten Verbabe von neuen Bauteilebezeichnern auf.

Nach diesem Vorgang erscheint das Fenster "Annotate":


Das Fenster Annotate. Wählen Sie zunächst wie angegeben "Reset part references to "?"" aus.

Wählen Sie in diesem Fenster unter "Action" zunächst "Reset par references to "?"" und bestätigen Sie mit "OK". Dies hat zur Folge, dass in sämtlichen Bauteilebezeichnern nun Fragezeichen statt Zahlen stehen (z.B. R?, C?, U? u.s.w.).

In einem weiteren Schritt wählen Sie nun unter "Action" "Incremental reference update" aus. Dies hat bwirkt, dass nun sämtliche Bauteile mit aufsteigender Folge neu durchnummeriert werden:


Wählen Sie im nächsten Schritt unter "Action" "Incremental reference update" aus.

Nun werden Sie im Schaltbild keine doppelten Bauteilebezeichner mehr vorfinden:


Das durch Umkopieren erzeugte, neue Schaltbild enthält keine doppelten Bezeichner mehr, welche eine Fehlermeldung verursachen würden (doppel oder doppel.zip). Die empfohlene Simulationszeit für die Transientenanalyse beträgt 5 bis 10 ms. Für eine Frequenzganguntersuchung wählen Sie den Bereich von 10 Hz bis 1 MHz.

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