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Mittwoch, den 01. Dezember 2010 um 12:39 Uhr

 

Löten von Aluminium mit normalem Elektronik-Lötzinn

Aluminium lässt sich mit ganz normalem Blei-Zinn-Elektronik-Lot löten, wenn die Aluminiumoberfläche mit einem Glasfaserpinsel oder Schleifpapier vor dem Löten von ihrer Oxidschicht befreit wird.

Damit die Oberfläche beim Löten nicht oxidieren kann, wird sie mit ganz normalem Motoröl vor dem Sauerstoffeintritt geschützt. Mit etwas Schaben und Reiben der Lötspitze auf dem Aluminium und der Hilfe des Flussmittels im Lot gelingt dann zum Beispiel eine Lötverbindung zwischen einer Aluminiumfolie und einem Kupferdraht.


Das Video zeigt, wie man mit ganz normalem Elekroniklot aus einer Blei-Zinn-Legierung mit Hilfe von Motoröl einen Kupferdraht auf eine Aluminiumfolie lötet. Bei mir hat es auf Anhieb geklappt, obwohl ich besser eine größere Lötspitze hätte nehmen sollen. Anders als im Video sollte man unter Öl schleifen und die Schmiere aus Öl und Abrieb nur leicht abwischen, damit die frisch geschliffene Oberfläche immer mit Öl geschützt ist. Sobald nämlich Sauerstoff an die Aluminiumoberfläche gelangt, entsteht eine Oxidschicht, die das Löten verhindert.


Nahaufnahme der Lötstelle auf Aluminium. Deutlich zu sehen die Kratzspuren von der Lötspitze und die Öltröpfchen.


Weichlötung auf Aluminium: Es handelt sich hier um dicke Aluminiumfolie, welche aus einer Alu-Schale für Aufbackbrötchen geschnitten wurde.

Der Trick mit dem Motoröl ist schon seit vielen Jahrzenten bekannt. Anders als im Film gezeigt, wäre es noch besser die Oberfläche im Öl zu schleifen, da Aluminium sehr schnell an der Luft oxidiert. Ich wollte aber meinen Glasfaser-Pinsel nicht mit Öl verschmutzen. Harnstoff als Zusatz soll die Lötfähigkeit noch zusätzlich verbessern. An stelle von Motoröl kann laut anderer Quellen auch Parafinöl zum Einsatz kommen.

Auf jeden Fall eröffnen sich vollkommen neue Möglichkeiten. Abschirmungen aus dicker Aluminiumfolie und Kühlkörper aus Aluminiumblech lassen sich direkt auf die Leiterplatte löten. Verschraubungen entfallen. Weitere interessante Möglichkeiten bieten sich im Antennenbau an, der nun mit Hilfe von verlöteter Aluminiumfolie Spielraum für neue Konzepte bietet.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. März 2015 um 07:53 Uhr