Mobilfunkkosten auf Null senken mit der FritzBox und kostenlosen SIP-Accounts

2.5.2022 (zuletzt aktualisiert am 6.5.22 um 21:12, Rufumleitung , VPN-Tunnel und Zusammenfassung ergänzt)

Mobilfunkgespräche sind meistens teuer, besonders wenn es sich um Auslandsgespräche handelt. Wer eine FritzBox betreibt, die Callthrough beherrscht, kann mit seiner Festnetz-Deutschland-Flatrate nahezu umsonst von seinem Smartphone in die deutschen Festnetze telefonieren. Es fallen nur Kosten für den mobilen Datenfunk an, die sehr gering sind, da eine Stunde Telefonieren nur etwa 80 MByte verbrauchen. Von einem WLAN-Hotspot fallen überhaupt keine Gebühren an.

Umgekehrt funktioniert es auch. Wer die eigene Festnetznummer anruft, wird mit Hilfe der Rufumleitung von der FritzBox auf das Smartphone umgeleitet. Dabei fallen abgesehen von den vernachlässigbaren Gebühren für den Datenfunk keine zusätzlichen Kosten an. Der Anrufer bemerkt nichts davon.

Das heißt, wir können im günstigsten Fall von überall auf der Welt jede deutsche Festnetznummer kostenlos erreichen und stundenlang für umsonst telefonieren. Auch können wir in der Regel aus Deutschland kostenlos angerufen werden, egal wo wir uns auf der Welt befinden.

Jeder kann das Verfahren anwenden, der eine eigene FritzBox mit einem öffentlichen Telefonanschluss betreibt und ein Smartphone (Android oder Iphone) besitzt. Programmierkenntnisse sind nicht notwendig. Einen eigenen SIP-Server braucht man auch nicht. Es ist also meistens alles schon vorhanden. Die FritzBox, kostenlose SIP-Server und kostenlose Softphones machen es möglich. Wir brauchen zwei kostenlose SIP-Nummern (SIP-Accounts) desselben Providers, um eine kostenlose Telefonverbindung zwischen der FritzBox und dem Softphone auf dem Smartphone aufzubauen. Weiter und im Text ist beschrieben, wo es diese kostenlosen SIP-Accounts gibt.

Sicherheitshalber sollte man sich erkundigen, ob der eigene Telekommunikationsanbieter in seinen AGBs die Rufumleitung und das Callthrough  verbietet. Wenn ja, sollte man den Anbieter wechseln. Mir ist jedenfalls von solchen Verboten nichts bekannt.

Das Grundprinzip für jene ohne Vorwissen erklärt: Damit wir von überall auf der Welt zu Tarifen telefonieren können, wie sie gelten, wenn wir uns in Deutschland befinden würden, müssen wir im ersten Schritt eine kostenlose Telefonverbindung zwischen unserer FritzBox in Deutschland und unserem Smartphone einrichten können, welches sich im Ausland oder wo auch immer befindet. Diese Telefonverbindung erfolgt natürlich über das Internet (WLAN oder mobiler Datenfunk) und funktioniert über das sehr weit verbreitete SIP-Protokoll. Mehr müssen wir über SIP dazu nicht wissen. Wer zum Beispiel einen Anschluss der Telekom hat, verwendet auch das SIP-Protokoll, ohne je etwas davon gehört zu haben. Die FritzBox arbeitet auch mit dem SIP-Protokoll.

Für kostenlose Telefonate zwischen der FritzBox und dem Smartphone brauchen wir also zwei  Telefonnummern kostenloser SIP-Provider von z.B. Iptel, OpenSips oder Sip2Sip. Diese SIP-Provider funktionieren wie eigenständige Telefongesellschaften, nur eben kostenlos und als Insellösung, die man sich wie weltweit funktionierende Haustelefonanlagen über das Internet vorstellen kann. Jeder kann diese Nummern kostenlos erhalten (Links weiter unten im Beitrag). Die eine Nummer tragen wir in die FritzBox ein, die andere in das Smartphone.

Smartphones können von Haus aus aber kein SIP-Protokoll verarbeiten. Damit wir die eine SIP-Nummer in das Smartphone eintragen können, brauchen wir deshalb noch ein SIP-Softphone als App auf unserem Smartphone. Diese Apps gibt es ebenfalls kostenlos und lauten z.B. Sipnetic, Linphone, Zoiper oder SessionTalk. Haben wir die SIP-Accounts (bestehend aus Nutzername, Passwort und Registrar oder Domäne) der beiden Nummern eingetragen, können wir abgesehen von den Gebühren für die Nutzung des WLAN oder mobilen Datenfunks umsonst über das Internet zwischen der FritzBox in Deutschland und dem Smartphone im Ausland telefonieren.

Der Haken dabei ist, dass wir nur Nummern innerhalb desselben kostenlosen SIP-Providers erreichen können, da es sich bei diesen “Telefongesellschaften” um in sich abgeschlossene Insellösungen handelt. Dafür sind sie kostenlos in jeder Hinsicht. Mein Asterisk-Server auf einem Raspberry Pi stellt ebenfalls eine kleine private “Telefongesellschaft” dar, die als Hobby unentgeltlich betrieben wird.

Damit wir auch mit dem öffentlichen Telefonnetz telefonieren können, kommt nun die FritzBox in Deutschland ins Spiel. Auf ihr ist wie üblich eine Festnetznummer eines öffentlichen Telefonanbieters wie z.B. der Telekom registriert.

Die FritzBox bietet nun die Möglichkeit, dass der Smartphone-Besitzer die FritzBox anrufen kann und dann über die Funktion Callthrough die Festnetznummer fernsteuern kann. Der Anrufer im Ausland kann  die FritzBox als Vermittlungsstelle nutzen und nun mit der deutschen Festnetznummer in die öffentlichen Netze telefonieren. Meistens liegt eine Deutschland-Flatrate vor und die Gespräche sind deshalb umsonst.

In die umgekehrte Richtung geht es auch. Jemand ruft die deutsche Festnetznummer auf der FritzBox wie gewöhnlich an. Die FritzBox leitet dann mit einer Rufumleitung das Gespräch über die kostenlose Telefonverbindung an das Smartphone weiter, entweder sofort oder wenn nach einer Weile niemand das Telefon in Deutschland abnimmt. Der Anrufer merkt nichts von der Rufweiterleitung. Er zahlt auch nur für den Anruf zum deutschen Festnetztelefon. In der Regel fallen durch die Flatrate keine Gebühren dafür an.

Voraussetzungen: Auf der eigenen FritzBox muss eine Festnetznummer registriert sein, was in der Regel bereits der Fall ist. Diese kann z.B. von der deutschen Telekom oder einem anderen Anbieter stammen. Üblicherweise bieten diese Festnetzanschlüsse standardmäßig eine deutschlandweite Flatrate an.

Getestet habe ich das hier vorgestellte Verfahren mit einer gebrauchten FritzBox 7360, die schon etwas angestaubt ist. Andere FritzBox-Modelle sind selbstverständlich ebenfalls geeignet und fast in jedem zweiten Haushalt vorhanden. Bei mir ist die FritzBox übrigens hinter dem Hauptrouter angeordnet. Im Beispiel sind auf der FritzBox die  08912345 und die 5001 registriert.

Weiterhin müssen wir noch zwei Nummern (SIP-Accounts) eines kostenlosen SIP-Anbieters besitzen. Diese können zum Beispiel von IpTel, OpenSips, Sip2Sip oder auch vom privaten Asterisk-Server des Autors stammen, der seinen kleinen Server auf einem Raspberry Pi betreibt. Wo wir diese Nummern erhalten können, ist am Ende des Textes zu erfahren. Wir nennen diese beiden Nummern in unserem Beispiel 5001 (auf der FritzBox) und 5002 (auf dem Smartphone). Diese beiden Nummern schaffen eine kostenlose Verbindung zwischen dem Smartphone und der FritzBox ohne in das öffentliche Telefonnetz telefonieren zu können, was auch nicht notwendig ist.

Der entscheidende Punkt ist, dass die Gespräche innerhalb des kostenlosen SIP-Servers immer kostenlos sind. Die SIP-Accounts sind ebenfalls kostenlos erhältlich und es fallen auch sonst keine Gebühren dafür an.

In unserem Beispiel lautet die Festnetznummer, mit der wir in die öffentlichen Netze gelangen, 08912345. Sie ist auf der FritzBox registriert. Weiterhin ist auf der FritzBox die kostenlose 5001 registriert. Weitere Anbieter kostenloser SIP-Accounts sind weiter unten in diesem Beitrag aufgelistet. In unserem Beispiel müssten wir die Nummer 5001 in die FritzBox eintragen.

Wo bekomme ich kostenlose SIP-Accounts? Wir brauchen zwei SIP-Accounts desselben SIP-Providers für eine kostenlose Telefonverbindung zwischen dem Softphone des Smartphones und der FritzBox. Man achte immer darauf, dass der von uns gewählte Account-Name nur aus Ziffern besteht. Falls dies nicht zugelassen ist, können wir meistens einen Alias aus Ziffern bestimmen, wie dies bei OpenSips der Fall ist. AntiSip ist nicht mehr geeignet, da es für den Benutzernamen mindestens einen Buchstaben verlangt.

Iptel: https://www.iptel.org/
Sip2Sip: https://mdns.sipthor.net/register_sip_account.phtml
OpenSips: https://voip.opensips.org/account/reg/index.php
CallCentric: https://www.callcentric.com/login/
Ippi: https://www.ippi.com/

Iptel, Sip2Sip un OpenSips sind in sich geschlossene SIP-Provider, die keine Gespräche in die öffentlichen Netze ermöglichen. Callcentric und Ippi bieten nur gegen Bezahlung Zugänge zu öffentlichen Netzen an.

Die SIP-Account-Daten bestehend aus Benutzername, Kennwort und Registrar sind vom Anbieter zu beziehen.

Gute Erfahrungen habe ich mit OpenSips gemacht. Die Verfügbarkeit ist sehr hoch. Iptel fällt alle paar Wochen mal für ein halbe Stunde aus. Mit Ausfallraten von ein paar Minuten alle paar Tage sind ist bei den meisten kostenlosen SIP-Providern zu rechnen Wir könnten auch zwei Sipgate-Nummern verwenden oder kostenlose Nummern eines privaten Asterisk-SIP-Servers, zum Beispiel vom Asterisk-Server des Autors. Solche privat betriebenen SIP-Server können noch wunschgemäße Zusatzleistungen anbieten.

Wenn alles eingerichtet ist, sollten die Verbindungen durch Anrufe von beiden Richtungen getestet werden. Es ist zu prüfen, ob die Telefonverbindungen mindestens 10 Minuten lang halten und ob die Sprachübertragungen in beiden Richtungen funktionieren.

Nachfolgend ein Beispiel, wie man einen kostenlosen SIP-Account von OpenSips in die FritzBox einträgt:  In der FritzBox können wir den SIP-Account einer Nummer unter  “Telefonie” -> “Eigene Rufnummern” -> “Neue Rufnummer” oder so ähnlich je nach FritzBox-Modell eintragen.

Registrierung eines SIP-Accounts von OpenSips in der FritzBox, Teil 1 des Screenshots.
Registrierung eines SIP-Accounts von OpenSips in der FritzBox, Teil 2 des Screenshots.

Übrigens brauchen wir diese neue Nummer des kostenlosen Telefonieanbieter in der FritzBox keinem Endgerät (Telefoniegerät) zuordnen, da diese Nummer im nächsten Schritt der Callthrough-Funktion zugeordnet wird, wie weiter unten im Text beschrieben ist.

Wir sollten der neuen kostenlosen Nummer dennoch ein Telefoniegerät zuordnen. Wir können dann zwischen der FritzBox und dem Softphone des Smartphone kostenlos telefonieren. Angenommen diese Nummer hätte auf der FritzBox die Vorauswahl *129#. Dann müssen wir laut unserem Beispiel mit *129#5002 das Smartphone anrufen. In die umgekehrte Richtung wählen wir vom Softphone des Smartphones die 5001. Mit der Zeit kommen wir auf den Geschmack und wir werden uns immer mehr Nummern zulegen, die wir an Freunde und Verwandte verteilen.

Softphones für das Smartphone: Die 5002 ist laut unseres Beispiels auf einem Softphone unseres Smartphones registriert. Als Softphone ist zum Beispiel das einfach zu bedienende SessionTalk empfehlenswert. Es ist werbefrei und kostenlos für das Iphone erhältlich. Für Android-Smartphones ist es im Google Playstore ebenfalls kostenlos vorhanden. Ich bin damit sehr zufrieden. In meinem eigenen Asterisk-Netz leistet es hervorragende Dienste und benötigt nur wenig Speicherplatz. Leider kann man nur einen SIP-Account abspeichern.

Einrichtung eines SIP-Accounts am Beispiel des Softphone SessionTalk: Wie man einen SIP-Account in SessionTalk einträgt, ist unter

https://elektronikbasteln.pl7.de/sessiontalk-ein-praktisches-sip-softphone-fuer-android-und-das-iphone

erklärt.

Wir haben auf unserem Smartphone ein SIP-Softphone installiert, auf dem die kostenlose Nummer 5002 registriert ist. Auf dem Foto ist das einfach zu bedienende SessionTalk zu sehen. Es geht selbstverständlich auch mit jedem anderen SIP-Softphone (zum Beispiel Zoiper, Sipnetic, Linphone).

Falls Verbindungsprobleme auftreten: Leider gab es bei mir Probleme mit SessionTalk. Die Verbindung riss nach 30 Sekunden ab, wenn das Mobiltelefon über den mobilen Datenfunk angerufen wurde. Inzwischen konnte ich das Problem durch folgenden Eintrag in der sip.conf lösen. Der nachfolgende Hinweis ist nur für Betreiber von Asterisk-SIP-Server interessant:

; Nur für Asterisk-Betreiber interessant!
; Auszug aus der sip.conf. In dieser ist auch der Account für das SessionTalk konfiguriert.
;
[general]
canreinvite=no          ; hatte in [general] gefehlt
qualify=yes             ; empfehlenswert
nat=force_rport,comedia ; hieß früher nat=yes, hier stand vorher nur nat=comedia
                        ; https://stackoverflow.com/questions/4743298/nat-configuration-for-sipasterisk

Es lag also an der Einstellung für NAT. Mein SIP-Server ist hinter einem NAT-Router geschaltet.

Weitere Softphones: Bei dem Softphone Sipnetic trat dieses Problem nicht auf. Unter Softphone Sipnetic für für Android-Smartphones ist es ausführlich beschrieben. Es ist ebenfalls kostenlos. Allerdings erzeugt es einen etwas  höheren Stromverbrauch. Falls also rätselhafte Verbindungsabbrüche auftreten, sollte man versuchsweise zu Sipnetic wechseln. Sipnetic sollte man auf jeden Fall als Backup auf seinem Smartphone installiert haben. Bei mir ist es deaktiviert. Der große Vorteil von Sipnetic besteht darin, dass selbst in seiner kostenlosen Version mehrere Accounts gleichzeitig aktiv sein können.

Sollten Probleme mit SessionTalk auftreten, empfehle ich als Alternative Sipnetic. E ist sehr gut programmiert, erlaubt mehrere Accounts gleichzeitig, leider etwas hoher Stromverbrauch.

Das SIP-Softphone Linphone ist kostenlos und werbefrei. Es ist für Android und das Iphone erhältlich und ermöglicht  neben dem ganz normalen Telefonieren auch Videotelfonate und Textübermittelungen. Allerdings ist die Einrichtung etwas kompliziert. In der Praxis lässt sich nur ein SIP-Account betreiben.

Linphone für Android-Smartphones ist ein leistungsfähiges SIP-Softphone, das ebenfalls kostenlos und werbefrei ist. Es ermöglicht sogar Video-Telefonie und die Übermittelung von Textnachrichten.

Verbindungsaufbau mit Callthrough: Wir können von unserem Smartphone mit der Nummer 5002 unsere Festnetznummer 08912345 “fernsteuern”. Wir rufen dazu von der 5002 auf unserem Smartphone die 5001 auf der FritzBox an. Das kostet nichts. Es ist ein melodischer Ton zu hören. Wir geben dann eine Pin-Nummer ein, z.B. 8899, und dann gleich danach die 0 in einem Zug. Nun warten wir ab, bis wir das Freizeichen hören. Es ist ein durchgehender Pfeifton. Jetzt können wir die Festnetz- oder Mobilfunknummer wählen, die wir erreichen wollen und schließen sie mit der Raute-Taste (#) ab.

Beispiel: Wir möchten die Festnetznummer 033 87654 von unserem Smartphone von der 5002 anrufen. Dann wählen wir 5001 – Wahlpause – 88990 – Wahlpause – 033 87654#. Die Raute könnten wir uns übriens sparen, aber mit der Raute geht es etwas schneller.

Wenn wir das Softphone PhonerLite für Windows verwenden, können wir die Wahlpausen durch Kommatas erzeugen und müssen nur 5001,,,,88990,,,,03387654 in einem Rutsch eingeben. Diese Zeichenfolge können wir auch in PhonerLite abspeichern, um uns mit einem Mausklick verbinden zu lassen.

Callthrough in der FritzBox einrichten: Damit das funktioniert, müssen wir natürlich vorher noch Callthrough einrichten.

Callthrough in der FritzBox 7360 einrichten. Es geht auch mit anderen FritzBox-Modellen auf ähnliche Weise. Die ursprünglichen Nummern sind im Screenshot aus Sicherheitsgründen rot übermalt worden.

In der FritzBox 7360 z.B. gehen wir auf Telefonie → Rufbehandlung → Callthrough. Dort wählen wir gemäß unseres Beispiels folgende Telefoneinträge aus:

Rufnummer ankommend: 5001
Rufnummer ausgehend: 08912345
Nur Anrufe von folgenden Rufnummern annehmen: 5002
Unter PIN die vierstellige PIN-Nummer 8899 aus unserem Beispiel eintragen.

Wenn wir dies gemacht haben, müssen wir die Einträge noch mit einem Code einmalig bestätigen, den wir von der FritzBox erhalten und den wir in ein Telefon eintippen müssen, das an der FritzBox angeschlossen ist.

Bares Geld besonders im Urlaub gespart: Man stelle sich vor man ist im Urlaub irgendwo in der Südsee. Wir verbinden unser Smartphone mit dem kostenlosen WLAN des Hotels und können dann mit unserer Deutschland-Festnetz-Flatrate jede deutsche Festnetznummer kostenlos erreichen und stundenlang telefonieren. Innerhalb der EU gelten auch meistens die kostengünstigen Tarife für den mobilen Datenfunk.

Warum nicht  die Telekom-Nummer direkt in das Softphone eintragen? Übrigens klappt es nicht die Telekom-Nummer gleich in das Softphone einzutragen. Sie funktioniert nur daheim im eigenen WLAN-Netz. Die meisten Telekommunikations-Anbieter werden ebenfalls diesen Schutzmechanismus eingebaut haben.

Rufumleitung für eingehende Gespräche in der FritzBox einrichten: Für den umgekehrten Weg gäbe es übrigens in der FritzBox die Rufumleitung für eingehende Gespräche. Wer in unserem Beispiel die Festnetznummer 08912345 anruft, wird über die 5001 auf das Softphone 5002 weitergeleitet. Die 08912345 und die 5001 sind auf der FritzBox registriert. Die 5002 ist auf dem Softphone registriert. Die 5001 und 5002 müssen selbstverständlich demselben SIP-Provider angehören.

Die 08912345 und die 5001 sind auf der FritzBox registriert. Wer die 08912345 anruft, wird über die 5001 auf die 5002 umgeleitet.
Konfiguration der Rufumleitung: Wer die 08912345 wählt, wird mit der Abgangsnummer 5001 verbunden, die wiederum die Zielnummer 5002 auf dem Softphone des Smartphones anruft. Die 08912345 und die 5001 sind in der FritzBox registriert. Weiterhin besteht die Möglichkeit die “Art der Rufumleitung” auszuwählen, wie im Screenshot zu erkennen ist.

Der Anrufer merkt noch nicht einmal die Rufumleitung seines Anrufs. Ruft der Anrufer mit einer Deutschland-Flatrate aus Deutschland an, ist für ihn der Anruf kostenlos, obwohl er vielleicht ein Gespräch mit Papua-Neuguinea führt. Normalerweise würde das Gespräch vom deutschen Festnetz in das Mobilfunknetz von Papua-Neuguiena 50 bis 60 Cent/Minute kosten.

Der “Parallelruf” hat leider Probleme bereitet. Besser ist “Verzögert” oder “Verzögert lang” zu wählen. Hebt niemand nach geschätzten 30 bis 60 Sekunden ab, leitet die FritzBox den Anrufer auf das Smartphone um.

Palmenstrand in der Nähe von Jayapura  auf Neuguinea  (Bildquelle: Wikipedia). Falls WLAN vorhanden ist, wäre ein Gespräch dorthin kostenlos.
Als Kontrast das Klima in Schweden. Es erklärt die geringe Bevölkerungsdichte in diesem Land. Wenigstens sind jetzt Telefonate zwischen Schweden und Papua Neuguinea kostenlos möglich.

Eigener Asterisk-Server vorhanden? Wer einen eigenen Asterisk-SIP-Server betreibt, kann dies alles mit entsprechenden Programmierkenntnissen viel eleganter lösen. Mit der FritzBox bekommt es aber jeder Anwender auch in den Griff. Die FritzBox ist im  Grunde genommen auch ein SIP-Server.

Meine FritzBox als Router nimmt keine weiteren Registrierungen von fremden SIP-Providern an oder ich habe überhaupt keine FritzBox: Dann handelt es sich wahrscheinlich um einen anderen Router (oft Speedport) oder eine FritzBox als Router, der vom Telefon-Anbieter leihweise zur Verfügung gestellt wurde und in seiner Firmware die Einrichtung weiterer SIP-Accounts von Drittanbietern gesperrt hat. Empfehlenswert ist in diesem Fall sich eine eigene FritzBox zu kaufen und sie die SIP-Account-Daten des Telefon-Anbieters geben zu lassen. In Deutschland ist der Telefonanbieter dazu verpflichtet, da die freie Wahl des Routers gesetzlich vorgeschrieben ist.

Was tun, wenn das WLAN oder der Datenfunk-Anbieter SIP-Telefonate gesperrt hat? Dies kommt zwar selten vor, lässt sich aber mit einem VPN-Anbieter umgehen.  Man kann sich zum Beispiel einen kostenlosen Zugang bei ProtonVPN besorgen. Man erhält dann eine OVPN-Datei für den VPN-Tunnel. OVPN-Dateien sind kleine Konfiguarions-Dateien für VPN-Tunnel. Mit dieser OVPN-Datei konfiguriert man dann die Android-App “OpenVPN Connect” aus dem Google Playstore. “OpenVPN Connect” gibt es auch für das Iphone. Nicht die ähnlich klingende “OpenVPN” nehmen!

OpenVPN Connect zeigt bei aktiviertem VPN-Tunnel auch noch den aktuellen Datenverbrauch in kByte/sec an. Bei einem SIP-Telefonat werden je Richtung knapp 12 kByte/sec verbraucht. Das ergibt insgesamt pro Stunde einen Datenverbrauch von etwa 83 MByte.

Aktivert man in “OpenVPN Connect” die OVPN-Datei, laufen alle Internet-Verbindungen über den gewählten VPN-Tunnel und somit auch die Telefonate, die mit dem SIP-Softphone geführt werden. Durch diesen Tunnel ist die Sperrung des SIP-Protokolls umgangen. Freifunk Rhein-Neckar hat offenbar SIP gesperrt. Mit einem VPN-Tunnel konnte ich die Sperrung umgehen.

Was bedeutet eigentlich SIP? Laut Wikipedia ist das “Session Initiation Protocol (SIP) ein Netzprotokoll zum Aufbau, zur Steuerung und zum Abbau einer Kommunikationssitzung zwischen zwei und mehr Teilnehmern. Das Protokoll wird u. a. im RFC 3261 spezifiziert. In der IP-Telefonie ist das SIP ein häufig angewandtes Protokoll”. Es regelt also den Verbindungsablauf (Anrufen, Auflegen, Besetzt, Unerreichbar u.s.w.) für Telefonate. Nicht beschrieben im SIP-Protokoll sind die verschiedenen Audio-Codecs, die für die Telefonate zum Einsatz kommen können. Dies macht das SIP-Verfahren für Telefonate sehr flexibel. Mit SIP sind auch Videotelefonate und Textnachrichten möglich. Die meisten Telefongesellschaften verwenden das SIP-Protokoll. Die FritzBoxen beherrschen ebenfalls SIP, wenn sie für Telefonie ausgelegt sind. Wer es ganz genau wissen, möchte erfährt unter https://en.wikipedia.org/wiki/Session_Initiation_Protocol mehr.

Alte Telefone mit Wählscheiben an der FritzBox: Wer übrigens noch Wählscheiben-Telefone betreiben möchte, muss darauf achten, dass die neueren FritzBoxen das Impulswahlverfahren, welches Wählscheiben-Telefon verwenden, nicht mehr beherrschen. Meine alte und gebraucht erworbene FritzBox 7360 kann noch das Impulswahlverfahren verstehen.

Sinn und Zweck des hier beschriebenen Verfahrens ist es kostengünstiges Telefonieren für alle jene anzubieten, die einfach nur einen Telefonanschluss für das Festnetz besitzen und sonst kein Interesse an WhatsApp, Telegram oder Skype hegen. Nicht jeder besitzt ein Smartphone oder weiß die Möglichkeiten seines Smartphones auszuschöpfen.

Es gibt immer noch Menschen, die kein Smartphone besitzen wollen. Sie haben keinen Zugang zu Messengerdiensten wie WhatsApp, Skype oder Telegram. Mit ihrem alten Wählscheibentelefon können Sie trotzdem dank einer FritzBox, Callthrough und Rufumleitungen kostengünstig oder kostenlos Auslandsgespräche führen.

Was noch alles möglich ist: Wer dauerhaft im Ausland lebt, hat dort sicherlich einen Internetanschluss mit Router. Es kann in diesem Fall eine FritzBox hinter dem Router betrieben werden, in der die Nummer des kostenlosen SIP-Anbieters (in unserem Beispiel die 5002) eingetragen ist. Diese Fritzbox können wir dann mit DECT-Telefonen verbinden. Wer will, kann sogar sein gutes altes Wählscheibentelefon anschließen. Es gelten weiterhin die deutschen Verbindungstarife. Man muss nur eine vertrauensvolle Person in Deutschland  kennen, welche die Verbindung zum deutschen Festnetzanschluss über die FritzBox in Deutschland erlaubt. Da die meisten Telefongesesellschaften mehrere Telefonnummern anbieten, lässt sich eine dieser Nummern für das Callthrough und die Rufumleitung reservieren.

Es gibt übrigens FritzBoxen, die mit einer SIM-Karte sich mit LTE (Mobilfunk) verbinden können. Der Hotelgast kann es dann auf die Spitze treiben und im Hotelzimmer sein eigenes Wählscheibentelefon betreiben. Mit einem Softphone auf dem Smartphone geht es natürlich einfacher.

Alternativen: Man kann sich vom selben kostenlosen SIP-Provider noch eine dritte oder vierte Nummer besorgen, diese in seine heimische FritzBox eintragen und einem Endgerät zuordnen. Ruft man die dritte Nummer an, kann man ohne Umwege  kostenlos nach Hause telefonieren. Der Angerufe merkt noch nicht einmal, über welchen Provider er angerufen wurde.

Das Softphone Sipnetic erlaubt die Registrierung mehrerer SIP-Accounts, die auch gleichzeitig aktiv sein dürfen. Zur Sicherheit kann im Softphone Sipnetic eine Nummer von z.B. Sipgate registriert sein. Weiterhin kann  zusätzlich eine Nummer von z.B. EinfachVoip eingetragen sein. Mit einer Nummer von EinfachVoip lassen sich  allerdings nur abgehende Telefonate ausführen. Dafür sind die Tarife sehr günstig. Sipnetic ist bei mir auf dem Smartphone in der Regel deaktiviert und kommt nur als Ausweichlösung zum Einsatz.

 

 










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