Die Klangwelten der alten elektromechanischen Fernsprech-Vermittlungstechnik

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14. November 2022

Die elektromechanische Vermittlungstechnik vergangener Zeiten war geprägt durch eigentümliche Störgeräusche. Nicht nur die Schaltgeräusche der elektrischen Relais waren zu hören. Durch das Übersprechen der analogen Leitungstechnik konnten abgesehen vom unvermeidlichen Rauschen auch die Gespräche der Nachbarkanäle erahnt werden. Die Signaltöne der damaligen amerikanischen Vermittlungstechnik waren vielfältig und klangen durch ihre mechanische Erzeugung unregelmäßig.  Das damalige Telefonnetz hat etwas Lebendiges durch seine unterschiedlichen Klänge und Nebengeräusche, die zum Glück von Evan Doorbell für die Nachwelt dokumentiert wurden.

Evan Doorbell bietet auf seinem gleichnamigen Youtube-Kanal

https://www.youtube.com/channel/UC8bzrhr0AXUsGb2BS8r6Utw

eine Fülle von Klangbeispielen alter amerikanischer Vermittlungstechnik, die er in den 1970er- und 1980er aufgezeichnet hatte. Evan Doorbell hat die Klangbeispiele in entspannende und zugleich spannende Geschichten verpackt und sie mit Hintergrundinformationen zur damaligen Technik versehen.


What Did the Old Telephone Network Sound Like? Overview of the Recordings

Zum Einstieg empfehle ich https://youtu.be/eiQ2MwMdYPk “What Did the Old Telephone Network Sound Like? Overview of the Recordings”. Evan Doorbell spricht ein verständliches amerikanisches Englisch. Zur Unterstützung des Hörverständnisses lässt sich ein Untertitel einblenden. Ganz nebenbei kann man noch sein Englisch mit netten Redewendungen aufpolieren und lernt noch obendrein jede Menge technische Ausdrücke dazu.

Wer einen Telefonzugang zu C*NET besitzt, kann sich Evan Doorbells Aufzeichnungen auch über C*NET anhören. Das Verzeichnis befindet sich auf https://vofr.net/phonestuffs/doorbell/. Dort stehen auch die Telefonnummern.

Das Wählscheibentelefon zum tieferen Verständnis: Sie hatte einen Nummernschalter (https://de.wikipedia.org/wiki/Nummernschalter). Diese Technik war ab den 1930er-Jahren bis in die 1980er-Jahre weit verbreitet. Die Wählimpulse, welche der Nummernschalter erzeugte, wurden auf elektromechanischem Wege ganz ohne Halbleiter weiterverarbeitet.

Wählscheibentelefone und ihr Impulswahlverfahren waren noch weit in die 1980er-Jahre weit verbreitet.

Wie bedient man ein Wählscheibentelefon? Viele junge Menschen, denen ein Smartphone in die Wiege gelegt wurde, können es nicht wissen. Nachfolgend die Erklärung, wie über Jahrzehnte ein Telefon gehandhabt wurde:


Wie man ein Wählscheibentelefon bedient. In den 1950er-Jahren war es für viele eine ganz neue Technik, die einige überforderte und als Zumutung empfunden wurde.

Und das geschieht in der Vermittlungsstelle mit den Wählimpulsen:


Hebdrehwähler verarbeiten die Impulse des Nummernschalters und bauen die Verbindung zum anderen Gesprächspartner auf.

Mehr dazu:

Oszillogramm eines alten Freitons, der durch eine mechanische Rufmaschine erzeugt wurde.
Mein Asterisk-Server klingt jetzt wie eine alte elektromechanische Vermittlungsstelle – 10. Juni 2022 (zuletzt am 14. Juni 2022 aktualisiert): Mein Ziel war es meine kleine Asterisk-Telefonanlage auf einem Raspberry Pi wie eine alte elektromechanische Vermittlungsstelle wirken zu lassen.

Alles begann mit dem Ersetzen des Freitons. Der Freiton ist der Ton, den der Anrufende hört, wenn es beim Angerufenen am anderen Ende der Leitung klingelt. Der Freiton lässt sich in Asterisk durch eine Audiodatei ersetzen. Es gibt Audiodateien mit historischen Freitönen, die von alten Ruf- und Signalmaschinen erzeugt wurden.

Andere Hörtöne wie das Besetztzeichen und Ansagen lassen sich ebenfalls einbauen, damit die Asterisk-Telefonanlage eine persönliche Note erhält. Man kann sie zum Beispiel akustisch wie eine alte elektromechanische Vermittlungsstelle erscheinen lassen. Die Audiodateien können auch das typische Rauschen und Übersprechen der alten Ferngespräche liefern.  weiter

 










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