DUX DX 4580, UKW-Radio mit Stereoverstärker

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DUX DX 4580, ein altes UKW-Radio mit Stereoverstärker und Germaniumtransistoren wird restauriert und repariert

Ich habe ein UKW-Radio DUX DX 4580 erhalten und konnte leider keine weiteren Informationen über dieses Gerät im Internet finden. Das Besondere ist, dass es einen NF-Stereoverstärker hat, aber nur UKW mono empfangen kann. Man kann, wie die schwedische Beschriftung innen erklärt, einen Stereodekoder nachrüsten.

Die Dux Radio AB war eine schwedische Rundfunkgerätefirma, welche schon in den 30er Jahren von Philips aufgekauft wurde. Deshalb wurden fast alle Rundfunkgeräte der Marke Philips in Schweden unter der Marke Dux vertrieben. 1979 stellte DUX seine Produktion ein.

Dem Aussehen nach stammt das mit Germaniumtransistoren aufgebaute Radio aus den späten 60er oder frühen 70er Jahren. Zu dieser Zeit war Stereo in Mode, aber es gab noch wenige UKW-Stationen, die in Stereo ausstrahlten. Deshalb war dieses Radio für Stereoempfang vorbereitet. Es konnte ein Stereodekoder nachgerüstet werden.

Der NF-Verstärker ist wahrscheinlich mit den Germanium-Komplementärtransistoren AC187 und AC188 aufgebaut. Eine Glimmlampe zeigt an, ob das Gerät eingeschaltet ist. Die Frequenz wird mit Kapazitätsdioden und einem Potenziometer ohne Untersetzungsgetriebe eingestellt. Die roten Nasen hinter dem Drehknopf lassen sich mit einem Druckknopf am Sendedrehknopf verschieben und dienen zur Programmspeicherung. Der Drehknnopf rastet dann auf die gewünschte Frequenz ein. Damals gab es in Schweden nur 2 oder 3 UKW-Programme zu empfangen und vor diesem Hintergrund war diese Lösung vollkommen ausreichend und übersichtlich.


Ansicht des Radios von vorne. Die Front besteht aus Polystyrol. Der rückwärtige, schwarze Lack ist teilweise beschädigt und kann später noch ausgebessert werden. Die Knöpfe von links nach rechts: Netzschalter, FM, Tonabnehmer, Tonband, Bass, Doppelpoti für Lautstärke links und rechts getrennt einstellbar, Tonhöhe, UKW-Frequenz.


Vorderseite des Chassis.

Das Radio ist voll funktionstüchtig und wurde gründlich gereinigt und von fettigen Ablagerungen befreit. Alle Kontakte, Achsen und Potenziometer wurden vorsorglich mit Tunerspray behandelt. Eine Schraube fehlte und eine andere musste ersetzt werden.

Reinigung in Stichworten: Holzoberflächen mit Glasreiniger und Hauhaltstüchern gesäubert und anschließend mit Möbelpolitur auf Orangenölbasis mehrfach eingerieben und poliert. So verschwanden graue Flecken, ein brauner Belag (wahrscheinlich Zigarettenrauch) und Fliegendreck. Kunststofffrontscheibe mit Glasreiniger gereinigt und Autolackreiniger poliert. Rück- und Unterseite mit Lampenöl entfettet und anschließend mit Glasreiniger gesäubert. Knöpfe mit Zahnbürste und Glasreiniger behandelt. Das Netzkabel wurde mit Brennspiritus gereinigt. Nur dort darf Brennspiritus zum Einsatz kommen. Andere Oberflächen können durch Spiritus, Benzin, Aceton, Äther und andere Lösungsmittel angelöst und somit beschädigt werden.


Ausgebautes Chassis, Rückseite. Buchsen für die Antenne, für den linken und rechten Lautsprecher, für ein Tonband und für den Plattenspieler.


Nahaufnahme der Hauptplatine. Im Vordergrund die Bandfilter für den ZF-Verstärker und ganz links das Filter für den Ratiodetektor. An der Gehäuserrückseite sind die beiden Komplentärtransistorpaare zur Kühlung an das Blech geschraubt. Trotz der gedruckten Leiterplatte ist der Aufbau durch die Verkabelung mit viel Handarbeit verbunden. Erst später kam man auf die Idee alle Bedienelemente und Buchsen direkt auf die Leiterplatte zu integrieren, um so die Kabelbäume zu vermeiden (hochauflösende Ansicht hier).


Seitenansicht des Chassis, rechts der Netztrafo, links das Potenziometer für die Frequenzwahl. Der Germanium-Leistungstransistor AD161 ist für die Stabilisierung der Versorgungsspannung zuständig.


Unterseite. Nach dem Abschrauben einer Aluminiumplatte kommt die Leiterplattenunterseite zum Vorschein.


Hier kann der Stereodekoder nachgerüstet werden.


Übersetzung aus dem Schwedischen: Die beiden Drahtbrücken A und B durchtrennen. Kondensator C entfernen. Widerstand R614 gegen einen mit 820 Ohm austauschen, welcher sich in der Verpackung befindet. Dekoder festschrauben und den Stecker des Dekoders anschließen.


Frequenzabstimmung nach Entfernen des Drehknopfes. Es kommen verschiebbare Nocken zum Vorschein, auf die drei verschiedene Senderfrequenzen einrasten können.


Innenseite des Drehknopfes.


Die leuchtende Glimmlampe zeigt an, dass das Gerät eingeschaltet ist. Leuchtdioden gab es noch nicht.


Das fournierte Holzgehäuse von unten und hinten nach dem Ausbau des Chassis.

Rauschen auf dem linken NF-Kanal beseitigen: Als ich den Stereoverstärker an der Soundkarte betreiben wollte, kam eine herbe Enttäuschung, denn der linke Kanal hatte ein starkes Rauschen. Ursache war der Silizium-Transistor BC148, welcher die Eingangsstufe des NF-Verstärkers bildete. Ich ersetzte diesen durch einen BC550 und das Rauschen war verschwunden. Als Ersatz geht in diesem Fall fast jeder beliebige npn-Silizium-Kleinleistungstransistor.


Probebetrieb nach der Reparatur des linken NF-Kanals.

Nach einer Weile traten Verzerrungen auf und einige Minuten später war der linke Kanal tot. Ursache war eine schwarz oxidierte Halterung der Feinsicherung für diesen Kanal. Der rechte Kanal war ebenfalls mit einer Feinsicherung abgesichert. Nach der Reinigung der Sicherungshalterungen war auch dieser Fehler beseitigt.

Aufarbeiten der Kunststofffrontscheibe: Sie wurde wie in den nachfolgenden Bildern zu sehen, ausgebaut und mit Autolackreiniger und einem Baumwolltuch poliert. Die Lackschäden auf der Innenseite wurden mit einem schwarzen, wasserfesten Filzstift ausgebessert. Dabei sind die defekten Stellen mehrfach zu betupfen, um die notwendige Deckfähigekeit zu erhalten.


Ausgebaute Frontscheibe.


Ausbessern des Lacks auf der Rückseite mit Edding 3000 oder einem anderen wasserfesten Lackstift.


Polieren der Frontscheibe mit Lackreiniger und einem Baumwolltuch.


Die restaurierte Frontseite. Die feinen Kratzer sind normalerweise nicht zu sehen. Die weißen Punkte sind Fussel. Das Gehäuse sieht fast wie neu aus.


Der restaurierte und reparierte DUX DX 4580.

Frequenzkonstanz des UKW-Empfänger: Der UKW-Empfänger wird mit zwei Kapazititätsdioden abgestimmt. Nachdem ich die Achse des Potenziometers für die Frequenz mit Kriechöl schmierte, lief die Frequenz weg, obwohl die Spanung am Potenziometer mit 9,09 Volt absolut konstant war. Es änderte sich jedoch am Schleifer die Spannung mit etwa 10 mV / 5 Minuten, wodurch der eingestellte Sender nach etwa 15 Minuten nicht mehr empfangen wurde. Die Ursache lag also am Potenziometer und nicht an einer Temperaturabhängigkeit des Oszillatorschwingkreises. Eine Behandlung mit Tunerspray brachte ebenfalls keinen Erfolg. Ich entschloss mich deshalb zu einer Radikallösung und spülte das Potenziometer mit Benzin aus. Normalerweise würde ich kein Benzin verwenden, da es bei neueren Potis die Kunststoffteile anlösen kann. Hier war aber nur Pertinax und Metall eingesetzt. Nach 36 Stunden war das Benzin vollständig verdunstet und die Frequenzkonstanz war wieder gegeben.

Allerdings lief die Frequenz immer noch ganz leicht weg. Die Ursache war ein Elko 1uF/40Volt für die Glättung der Abstimmspannung. Sein Leckstrom war offenbar nicht konstant. Ich ersetzte ihn durch zwei parallelgeschaltete Kunststofffolienkondensatoren zu je 470nF.


Rechts das Potenziometer für die UKW-Frequenz. Links davon sieht man die kleine Lochrasterplatine mit dem Festspannungsregler.

Leider war die Frequenzkonstanz immer noch nicht nach dem Einschalten des Radios gegeben. Ursache war das Weglaufen der der 9-Volt-Spannung in den ersten 10 Minuten nach dem Einschalten. Dies empfand ich als störend. Da kein Schaltbild vorhanden war, wurden die 9 Volt mit einem Festspannungsregler erzeugt, der auf einer kleinen Lochrasteplatte untergebracht werden konnte.


Der UKW-Teil ist auf der großen Leiterplatte ohne Abschirmung untergebracht. Im Bild sieht man einen blauen, länglichen Elko, der defekt war (siehe Text).


Die beiden Hauptübeltäter des Radios: Links der verrauschte BC148, welcher als Eingangstransistor des linken NF-Kanals für unüberhörbares Rauschen sorgte, rechts der 1uF/40V-Elko für die Glättung/Entbrummung der UKW-Abstimmspannung. Er hatte einen unregelmäßigen Leckstrom, wodurch die Abstimmspannung langsam wanderte.

Danach war nicht nur der Empfang von Anfang an klar und empfindlicher. Der NF-Empfänger rauschte kaum noch. Ich vermute, dass mindestens einer der beiden BC148 der ursprünglichen Spannungsstabilisierung ebenfalls verrauscht ist, was sich auf die gesamte Schaltung auswirken kann.

Und zum Schluss: Was ich noch verraten solllte, ist, dass mir nach 10 Stunden Dauertest der linke Kanal abgeraucht ist, nachdem das Gehäuse richtig warm wurde. Zwei 1-Ohm-Widerstände in den Emitterzuleitungen fingen an zu qualmen. Die habe ich dann ersetzt und den Arbeitspunkt neu eingestellt und vorher die Versorgungsspannung von 13 auf 12 Volt reduziert.

Der Lautsprecher stand direkt auf dem Radio. Nun habe ich zwei Kartongstreifen dazwischen gelegt, damit das Gehäuse besser belüftet wird, welches übrigens überhaupt keine Lüftungslöcher hat. Mal sehen, was für Überraschungen noch kommen.


Das Radio dient nur als Verstärker für meinen PC, um aus dem Internet Musik in Stereo hören zu können.

Ich hätte übrigens nicht gedacht, dass diese alte Transistortechnik so heikel ist.