24. Dezember 2025 (letzte Aktualisierung am 25.12.2025)
Der hier vorgestellte Clip zeigt, wie sich Künstliche Intelligenz Radiobasteln in den 1960er Jahren vorstellt – und das ist… sagen wir mal: kreativ 😄 Alles, was hier zu sehen ist, wurde mit der KI Grok erzeugt. 33 Einstellungen à sechs Sekunden, vollständig künstlich. Zuerst entstanden Bilder per Prompt, daraus wurden anschließend kurze Videosequenzen mit weiteren Prompts animiert. Technisch liegt das Ergebnis oft charmant daneben. Genau daraus entsteht die unfreiwillige Komik. Nicht ernst gemeint, einfach zum Lachen. Ein Experiment – und gleichzeitig ein kleines Zeitdokument aus der frühen Phase der KI.
Ein mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz Grok erzeugtes Video. Alles ist künstlich und nichts ist real. Für die Vertonung hat Grok übrigens auch automatisch gesorgt.
Die Technik wird immer besser. Ob man über solche schrägen Fehlinterpretationen in ein paar Jahren noch lachen kann? Wer weiß. Lachen ist gesund, und vielleicht erkennt sich der eine oder andere Bastler ja trotzdem ein bisschen wieder. Geschnitten mit OpenShot unter Linux, alles kostenlos. Der über drei Minuten lange Clip war in rund zwei Stunden fertig. Kann im Prinzip jeder machen – etwas Fantasie reicht völlig aus.

So bin ich vorgegangen: Als KI kam die kostenlose Version von Grok zum Einsatz:
1. Der Prompt
„Erzeuge einFoto einer Radiowerkstatt eines Funkamateurs aus den 1960er Jahren, leicht chaotisch und unaufgeräumt, Messgeräte, Oszilloskop, Lötkolben, Werkzeuge, elektronische Bauelemente, Fachzeitschriften. Funkamateur baut gerade hochkonzentriert ein Gerät mit Radioröhren, gemütliche Stimmung durch unordentlichen Charme mir Verschleißspuren.“
hat mir eine Vielzahl von Fotos geliefert, die mir Grok vorgeschlagen hat.
2. Davon habe ich einige Fotos ausgewählt und sie mit weiteren Prompts ebenfalls animieren lassen. Diese Prompts haben die Kamerafahrten und die Bewegungsabläufe im Bild beschrieben. Dabei kam nicht immer das heraus, was ich wollte. Manches war voll daneben. Oft war es einfach nur komisch, manches war so peinlich, dass ich es nicht verwendet hatte. Übrigens kann man sich die Prompts auch von der KI schreiben lassen, wenn einem die Ideen ausgehen. Die ganze Arbeit hat höchstens zwei Stunden gedauert und war ein nettes Vergnügen an einem kalten Winterabend. Dabei bin ich als netten Nebeneffekt sicherer im Umgang mit OpenShot geworden. Es war immer spannend zu sehen, was die einzelnen Prompts an Ergebnissen liefern. Dabei habe ich manchmal herzlich Lachen müssen. Und Lachen ist bekanntlich gesund.

3. Geschnitten habe ich den Film mit Hilfe der ebenfalls kostenlosen Schnittsoftware Openshot unter Linux Mate, das ebenfalls kostenlos ist. OpenShot gibt es auch für Windows und und OS X ( https://www.openshot.org/de/download/ ). Der Rechner ist ein über 10 Jahre alter Fujitsu Esprimo – aus heutiger Sicht eine schwachbrüstige Kiste. Allerdings wurde die Kühlung stark verbessert. Wer sehr oft Videos bearbeitet, sollte sich einen schnelleren Rechner mit mehr RAM zulegen.


Wie entstehen die merkwürdigen Fehler? Vereinfacht gesagt: Die KI ist mit unzähligen Videos und Fotos trainiert. Die Trainingsdaten zeigen sehr viele Menschen und auch Katzen, weshalb sie sehr realistisch wirken. Allerdings wirkt die Mimik noch gekünstelt. Übrigens waren die Hände noch vor einem Jahr meistens deformiert. Da Radiotechnik und Elektronik in den Trainingsdaten eher selten vorkommt, sind sie auch mit vielen Fehlern behaftet. Und genau das macht die Animationen so faszinierend merkwürdig – wie aus einem Paralleluniversum.

Mich würde interessieren, ob ein kleines Kind, das ohne Bezug zur Technik erzogen worden ist, die Fehler überhaupt bemerkt?

Ausblick: In einigen Jahren werden die Animationen sicherlich so perfekt sein, dass sie kaum von der Wirklichkeit zu unterscheiden sind. Zudem kann eine KI dir genau die Inhalte auswählen und sogar passend für dich erzeugen, die du gerne konsumieren möchtest. Und dann lebt vielleicht jeder in seiner eigenen Filterblase, von der er völlig überzeugt ist.
Was hätte das Video in den 1990er Jahren gekostet? Schwer zu sagen. Damals hatte ich eine Produktionsfirma für Werbe- und Industriefilme. Die Requisiten müssen zusammengetragen und aufgebaut werden. Ein Studio muss angemietet werden. Die Beleuchtung ist nicht billig. Dann die Statisten, die eingekleidet werden müssen. Wer kann mit Katzen umgehen? Die Kamerafahrten sind aufwendig und zum Teil nur mit Steady-Cam zu machen. Einige 100.000 Euro kämen da schon zusammen. Der Produktionsleiter kostet auch Geld, das Storyboard ebenfalls, das Schnittstudio auch. Das würde man auf Betacam oder 1-Zoll schneiden. Ach ja, der Ton muss auch stimmen, kostet auch Studiozeit, Gemafreie Musik raussuchen. Ein Großprojekt. Oder doch auf 16 mm drehen, das passt besser zu den 1960er Jahren. Muss alles mit dem Kunden durchgesprochen werden.
Close Encounters – Ein Kurzfilm komplett mit der KI Grok erzeugt: Mein erstes Übungsprojekt eines „richtigen“ Kurzfilms – erstellt aus etwa einem Dutzend Einstellungen, die ich vollständig mit der KI Grok generiert habe. Den Videoschnitt habe ich mit OpenShot gemacht.
Wie war meine Vorgehensweise und welche Tools kamen zum Einsatz? Jeder kann das im Prinzip nachmachen. Es ist mein erstes Übungsprojekt eines „richtigen“ Kurzfilms – erstellt aus etwa einem Dutzend Einstellungen, die ich vollständig mit der KI Grok generiert habe. Den Videoschnitt habe ich mit OpenShot gemacht. Alles mit kostenloser Software und kostenlosen Diensten.
Zeitaufwand: etwa 2 bis 3 Stunden. Die Rohfassung war nach einer Stunde fertig. Der Feinschliff dauert immer etwas länger. Perfektion ist jedoch nicht notwendig, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen.
Es gibt inzwischen viele beeindruckende und visuell wunderschöne KI-Animationen. Dieses Beispiel gehört jedoch zu den wenigen, bei denen ein szenischer Schnitt mit stimmigen Übergängen gelingt und tatsächlich eine kleine Handlung erzählt. Die eigentliche Herausforderung liegt im Prompting: Die KI so zu führen, dass sie nicht nur schöne Bilder liefert, sondern auch die passenden Kameraeinstellungen für eine zusammenhängende Szene. Voraussetzung dafür ist ein grundlegendes Verständnis von Storyboards und filmischer Dramaturgie.
Die Vertonung hat Grok übrigens automatisch erledigt. Kein perfektes Ergebnis, aber dennoch überzeugend. Das hat mir viel Zeit erspart, weil Grok die Soundeffekte gleich passend mitgeliefert hat.
Einschränkungen von Grok: Mit Prompting lassen sich Bilder erzeugen, die sich mit weiteren Prompts animieren lassen, die eine maximale Länge von 6 Sekunden haben. Für einen Umschnitt merkt sich Grok nicht die vorangegangene Einstellung. Man muss also immer dasselbe Bild als Ausgangssituation wählen. Für den Videoschnitt ist es praktisch, wenn eine Parallelhandlung existiert – das erspart komplizierte Umschnitte.
Auf meiner Seite https://elektronikbasteln.pl7.de/wie-sich-kuenstliche-intelligenz-mit-unfreiwilliger-komik-das-radiobasteln-vorstellt gibt es eine detaillierte Beschreibung meiner Vorgehensweise. Wer genau hinschaut, entdeckt ein paar kleine Unstimmigkeiten: Grok folgt nicht immer exakt dem Prompt.
Mich würde interessieren, ob ihr die Unstimmigkeiten findet – schreibt sie bitte ins Kommentarfeld. Viele Fehler fallen beim ersten Betrachten noch nicht auf, weil das Auge abgelenkt ist. Was fällt euch auf Anhieb auf? Das würde mir sehr weiterhelfen.
Viel Spaß beim Anschauen!