| Tastkopf für ein Oszilloskop selber bauen? |
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| Freitag, den 14. Oktober 2011 um 06:01 Uhr |
Lohnt sich der Selbstbau eines passiven Tastkopfs 10:1 für ein Oszilloskop oder gibt es bessere und einfachere Lösungen?Auch aus Fehlern kann kann man viel lernen. Nachfolgend möchte ich meinen kläglichen Versuch vorstellen unter Zeitdruck ein 10:1-Tastkopf für ein Oszilloskop zu basteln. Zur Verfügung standen mir Teile aus der Schrott- und Bastelkiste. Mit dem einfach aufzubauenden 1-kHz-Tastkopf, der einfach aufzubauen ist, hatte ich für Digitalschaltungen aber dann doch eine günstige Lösung gefunden, welche bis 1 GHz funktionieren kann.
Warum überhaupt ein 10:1-Tastkopf? Oszilloskope haben in der Regel einen Eingangswiderstand von 1 MOhm mit einer Eingangskapazität von etwa 15 bis 30 pF. Schließt man nun als Kabel z.B. RG58 an, kommen auf einem Meter Kabellänge nochmals etwa 100 pF dazu. Je höher die Frequenz, desto stärker wird durch diese kapazitive Belastung das Messergebnis verfälscht. Abhilfe schafft an der Messspitze ein Widerstand von 9 MOhm. Dieser bildet mit dem Eingangswiderstand des Oszilloskop einen Spannungsteiler von 10:1. Dadurch wird das Messobjekt weniger belastet. Jetzt kommt das Problem. Durch den Vorwiderstand ist in Verbindung mit den Kabel- und Eingangskapazitäten ein Tiefpass entstanden. Um diesen Tiefpass zu kompensieren, wird parallel zu dem 9-MOhm-Vorwiderstand eine kleine Kapazität von etwa 10 pF geschaltet. Diesen Kondensator führt man als Trimmkondensator aus. Mit Hilfe eines Rechteckgenerators lässt sich dann der Frequenzgang des Tastkopf abgleichen.
- Tastkopf in Wikipedia Meine praktische Umsetzung auf die Schnelle: Ich sägte ein Stück Lochrasterplatine, das genau in ein Stück PVC-Installationsrohhr passte. Auf diese Platine lötete ich die Widerstands-Kondensator-Kombination. Die Messleitung besteht aus einem alten 75-Ohm-Videokabel, weil dieses nur 50 pF/m besitzt. Befestigt wurde es mit Kabelbindern als Zugentlastung. Die Messspitze besteht aus einem Stück dicken Kupferdraht.
Um die Brummeinstreuung zu vermeiden, musste noch ein Stück Kupferrohr, wie es im Heizungsbau verwendet wird, darübergeschoben werden. Die Leitungsführungen sind natürlich viel zu lang ausgefallen. Den Trimmkondensator sollte man so anbringen, dass sein Rotor leitend mit der Messspitze verbunden ist. Dann gibt es beim Abgleich mit einem Metallschrauberzieher keinen Brummeffekt an einem Rechteckgenerator mit niederohmigen Eingang. Im Vergleich zu kommerziellen Produkten, welche schwer beschaffbare, flexible und kapazitätsarme Kabel mit besonders dünnem Innenleiter verwenden, ist mein Kabel viel zu störrisch und unflexibel.
Ein paar Tests mit einem 12-MHz-TTL-Signal: Anschließend habe ich den Tastkopf und andere Lösungen mit Hilfe eines 12-MHz-TTL-Quarz-Generators an einem Tektronix 454 getestest. Es folgen kommentierte Bilder.
Fazit: Ein industriell hergestellter Tastkopf hat einen garantierten Frequenzgang, ist ergonomisch durchdacht, besitzt praktisches Zubehör und ein angenehm flexibles Kabel. Zudem sind sie je nach Anforderungen schon für unter 20 Euro erhältlich. Das ist im Vergleich zum Preis eines Oszilloskops wenig. Der Selbstbau eines passiven 10:1 Tastkopfes lohnt sich deshalb nach meiner Erfahrung nicht. Nachtrag: Ich habe mir jetzt mit jetzt bei Ebay mit Hilfe der Suche nach "probes oscilloscope" aus China 4 Stück 100 MHz-Tastköpfe für 23 Euro bestellt. Der Versand ist kostenlos. Zusammen mit der nachfolgenden Lösung des 1kOhm-Tastkopfes für Digitalschaltungen bin ich damit sehr gut abgedeckt. Der 1 kOhm-Tastkopf bis 1 GHz: Es gibt doch ein interessante Alternative für die Untersuchung von Digitalschaltungen. Und zwar der 1-kOhm-Tastkopf, welcher bis etwa 1 GHz funktioniert und schnell aufgebaut ist. Diese Lösung ist für die Untersuchung an Digitalschaltungen mit 5Volt-Pegeln sehr gut geeignet. Der Tastkopf ist unter "A wideband 1:21 DIY 1 kΩ oscilloscope probe" beschrieben und besteht an seinem Ende aus einem 1-kOhm-Widerstand (bedrahteter 0,25 Watt Kohleschicht), welcher so kurz wie möglich an dem Innennleiter des 50-Ohm-Koaxkabels gelötet wird. RG-174 eignet sich als Kabel gut, da es flexibel ist. An den Oszilloskop-Eingang kommt ein handelsüblicher 50-Ohm-Durchgangswiderstand als Abschlusswiderstand, falls das Oszilloskop nicht schon einen solchen eingebaut hat. Die Eingangsimpedanz ist etwa 1 kOhm. Das Spannungteilerverhältnis etwa 1:21.
Unter http://www.multiforum.se/afu/viewforum.php?f=22&mforum=afu gibt es interessante Diskussionen und Versuche zu Tastköpfen.
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 13. August 2012 um 20:36 Uhr |
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3. Dezember 2012
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Volker, SM5ZBS