15. April 2026
Diesen 1200 Watt starken Heizlüfter aus schwedischer Produktion für das Aufheizen der Fahrgastzellen von Autos habe ich für umgerechnet 5 Euro auf einem Flohmarkt erworben. Leider war er innen völlig verdreckt und erzeugte deshalb einen unangenehmen Geruch.
Deshalb demontierte und reinigte ich ihn mit Badreiniger und Wasser. Der Motor darf natürlich kein Wasser abbekommen, damit seine Wicklung nicht beschädigt wird. Die Heizspirale ist ähnlich wie ein Tauchsieder aufgebaut. Auch hier ist beim Reinigen darauf zu achten, dass kein Wasser in die Heizspirale eindringen kann. Den Thermoschalter habe ich mit Waschbenzin gereinigt und dem Heizlüfter habe ich noch ein neues Anschlusskabel gegönnt.
Was das Typenschild verrät: „Kupévärmare“ ist Schwedisch für Innenraumheizung (kupé = Fahrgastzelle). Also kein normaler Zimmerheizlüfter, sondern ein Vorwärmgerät für Autos — man hat ihn abends ins Auto gestellt, ans Verlängerungskabel angeschlossen, und morgens war der Innenraum schon warm. In Schweden in den 70ern durchaus üblich, die Winter sind kalt und damals gab es keine Standheizungen wie heute.
AB Näldens Värmeindustri, Nälden — das ist eine schwedische Firma aus Nälden, Jämtland. Die haben sich auf genau solche Heizgeräte spezialisiert. „Modernum“ war offenbar die Produktmarke. Das Typenschild zeigt 1200 W. Macht Sinn für ein Autoheizgerät — etwas bescheidener dimensioniert.
Der Thermostat mit Skala 1–10 und dem Hinweis „Inställning 6 ungefär plus 15°“ — also Stufe 6 ergibt etwa +15°C im Fahrzeuginnenraum. Sehr pragmatische schwedische Ingenieurslogik.
Der Überhitzungsschutz mit Resetknopf innen — sicherheitstechnisch vorbildlich für die damalige Zeit.
Ein schönes Stück schwedischer Alltagsgeschichte.
Die Firma existiert noch — und ist sogar recht erfolgreich! NVI (Näldens Värmeindustri AB) hat eine lange Geschichte, die mit Carl-Theodor Hallströms Umzug von Sollefteå nach Nälden im Jahr 1914 begann. Unter der Leitung seines Sohnes Lennart Hallström entwickelte sich das Unternehmen von einer Blechschlägerei zur Werkstattindustrie mit Fokus auf Heizsysteme. Kaminbutiken
Allerdings haben sie das Produktportfolio komplett gewechselt: NVI ist heute Schwedens einziger spezialisierter Hersteller von Modulschornsteinen und produziert diese seit den 1970er Jahren. Das Unternehmen hatte 2023 28 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 107 Millionen Kronen — mit einem Gewinn von knapp 11 Millionen Kronen. Die Firma lebt, hat sich aber irgendwann zwischen den 70ern und heute von Heizgeräten auf Schornsteinsysteme umorientiert. Dein Kupévärmare ist damit ein Relikt aus einer früheren Produktepoche dieser Firma .
Die ganze Konstruktion ist gediegene Technik, gebaut für die Ewigkeit.
Vor der Reinigung:
Nach der Demontage und Reinigung:
Nach dem Zusammenbau:














