| UKW-Empfänger mit TDA7000, Bauanleitung |
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| Mittwoch, den 08. Juli 2009 um 13:46 Uhr | |||
Bauanleitung eines einfachen UKW-Empfängers mit dem TDA7000Mit relativ wenigen Bauteilen, nur zwei selbstgewickelten, kernlosen Spulen und dem integrierten Baustein TDA7000, der für wenige Euro erhältlich ist, lässt sich schnell ein sehr empfindlicher UKW-Rundfunkempfänger aufbauen, welcher mit einer Speisepannung zwischen 4,5 und 9 Volt auskommt. Es fehlt nur noch ein ebenso kleiner NF-Verstärker nebst Lautsprecher und ein alltagstaugliches Radio ist vollständig. Nachfolgende möchte ich auch den Verlauf dieses Projekts beschreiben, denn ist gibt kaum eine Bauanleitung, die sich nicht durch eigene Experimente verbessern lässt. UKW-Radio mit dem TDA7000 im Sommer 1999. Es fehlen nur noch die beiden Luftspulen und die Kapazitätsdiodenabstimmung:
Tipps und Tricks zum Aufbau: Sehr viele Informationen über den TDA7000 hat PHILIPS hier zur Verfügung gestellt. Dort kann man auch das Leiterplattenlayout und den Bestückungsplan vorfinden. Gegebenenfalls ist das Leiterplattenlayout auf richtige Größe zu bringen, so dass das IC genau hineinpasst. Leider wird der TDA7000 nicht mehr hergestellt. Es gibt aber einen Nachfolger im SMD-Gehäuse. Den TDA7000 soll es noch bei Reichelt geben. Außerdem wurde dort die Funktionsweise des TDA7000 sehr ausführlich beschrieben, so dass man in der Lage ist, verschiedene Modifikationen vorzunehmen, z.B. für Schmalband-FM mit einem externen Oszillator.
Das nachfolgende Video zeigt mein Radio in Aktion. Als Antenne dient ein Stück Draht im Keller. Leider ist die Senderdichte und das Programmangebot auf UKW in Schweden nicht besonders hoch. Die Trennschärfe, die ich einmal im Sendergewimmel Deutschlands testete, ist hervorragend. Ebenso die Empfindlichkeit.
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Vier Jahre später: Der Empfänger mit den zusätzlichen Bauteilen für die Kapazitätsdiodenabstimmung. Einige Bauteile befinden sich aus Platzgründen auf der Lötseite. Die hier abgebildeten Spulen wurden später durch solche mit dickeren Drähten ersetzt.
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Ansicht von der Lötseite: Aus Platzgründen mussten einige Bauteile hier unterkommen. Rechts der 5-Volt-Festspannungsregler. Links daneben fand die Spule des Eingangskreises Platz. Ihre Demsionierung ist nicht besonders kritisch. Da ich mit einer anderen Kapazitätsdiode experimentierte, benötigte ich noch einen Vorwiderstand für das Poti und diverse Abblockkondensatoren zur Brummunterdrückung auf den Zuleitungen zum Abstimm-Potentiometer.
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Die hier benötigten kernlosen Spulen kann man sehr bequem mit einem der zahlreichen Berechnungsprogramme aus dem inzwischen kostenlosen Programm "E1 -Das interaktive Elektronikprogramm"berechnen lassen.
Wer viel im HF-Bereich viel mit Spulen und Kapazitäten zu tun hat, sollte sich ein digitales LC-Meter zulegen. Eine Bauanleitung mit Leiterplatte für ein solches LC-Meter befindet sich hier.
Der mechanischen Stabilität wegen sollte man aber besser eine Spule mit Spulenkörper verwenden. Bei freitragenden Luftspulen muss der Drahtdurchmesser mindestens 0,9 mm betragen. Bei 0,5 mm dünnem Draht konnte ich deutlich einen Mikrofonie-Effekt feststellen, der sich durch akustische Rückkopplung mit einem Lautsprecher in einem unangenehmen Pfeifen bemerkbar machte. Als Wickeldorn dienen Spiralbohrer. Die Windungen werden dicht an dicht gewickelt. Danach erzeugt man mit einem dünnen Messer einen geringen Abstand zwischen den Windungen, so dass keine Kurzschlüsse zwischen diesen Windungen auftreten können.
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Achtung: Die Dimensionen einiger Kondensatorwerte sind hier falsch abgebildet worden. Die Angaben in µF sind durch solche in pF (Pico-Farad) zu ersetzen. C11 hingegen muss 3,3nF groß sein. Ein richtiges Schaltbild steht im Philips-Datenblatt AN192. Die Antenne, bestehend aus etwa 1 m Draht, habe ich über einen 500 pF-Kondensator direkt an Pin 13 des TDA7000 angeschlossen. Zwischen dem Poti des NF-Verstärkers und dem NF-Ausgang des Empfängers habe ich noch einen 47uF-Kondensator geschaltet. Die Rauschunterdrückung sollte man zum Experimentieren abschalten, indem man parallel zum Kondenator C1 einen 10 kOhm-Widerstand schaltet.
Empfehlenswert ist es, das Bild, welches die Lötseite zeigt, mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms für den Ausdruck auf die richtige Größe zu bringen, um dann eine Vorlage für die Leiterplatte zu erhalten.
Abstimmung mit Kapazitätsdiode (Klicken auf dieses Bild ruft die Großansicht auf). Die Schaltung sorgt für eine Temperaturkompensation. Für die Feinabstimmung kann man das 100-k-Ohm-Potenziometer noch um einen 4,7-k-Ohm-Poti in Serie ergänzen. Wer andere Kapazitätsdioden verwendet, muss etwas mit den Werten des Spannungsteilers experimentieren, um den UKW-Rundfunkbereich genau abdecken zu können. Bei der Zener-Diode handelt es sich um eine mit 3,3 Volt Z-Spannung. Für den PNP-Transistor habe ich einen BC250 verwendet. Sollte Brumm auftreten, ist die Abstimmspannung zusätzlich mit Kondensatoren zu sieben und es sind abgeschirmte Leitungen zum Potenziometer zu verwenden. Kapazitätsdioden sind leider sehr schwer zu beschaffen. Es gibt sie z.B. noch im Leserservice der Zeitschrift Funkamateur oder bei Profi-Elektronik, einem Versender von HF-Bauteilen. Ein Versuch, die Kapazitätsdiode durch normale Silizium-Dioden zu ersetzen, scheiterte bei mir. Im Kurwellenbereich klappt das jedenfalls ganz gut.
Als nachgeschalteten NF-Verstärker verwende ich eine Schaltung mit dem TBA820M, für den ich zudem eine kleine Leiterplatte entworfen habe. Zusammen mit einem kleinen Netzteil (9 bis 14 Volt, 300 mA) hat man dann einen vollständigen UKW-Empfänger, der zum Beispiel als "Küchenradio" seine Dienste leisten kann. Aus einem vollständig selbstgebauten Radio klingt zumindestens für den Erbauer die Musik doppelt so schön. ![]()
Versuchsaufbau des UKW-Radios auf einem Holzbrettchen. Die Funktionen der Drehpotis von links nach rechts: Frequenz grob, Frequenz fein, Lautstärke. Eine 9-Volt-Blockbatterie kann dieses Radio speisen. Rechts oben sieht man den kleinen NF-Verstärker mit einem TBA820M.
Man sollte den Eingangskreis der UKW-Stufe mit einem Trimmkondensator versehen, und dann auf die Mitte des UKW-Bandes abgleichen. So erhält man dann eine maximale Empfindlichkeit. Ich habe mich allerdings für einen nachfolgend beschriebenen Vorverstärker entschieden: Anschluss und Bau eines zusätzlichen UKW-Vorverstärkers:Im Keller konnte ich allerdings nur wenige Sender einwandfrei empfangen. Ich empfand das als normal, weil die käuflich hergestellten Empfänger ein ebenso dürftiges Ergebnis lieferten. Dennoch beschloss ich einen einfachen UKW-Vorverstärker mit einem BF981 aufzubauen und ihn zwischen Antenne und Empfängereingang zu schalten: ![]()
Versuchsaufbau eines UKW-Vorverstäkers mit dem BF981. Links der Antennendraht. Solche Aufbauten müssen nicht schön aussehen, um zu funktionieren. Wichtig ist, dass die beiden Spulen so angeordnet sind, dass sich deren Magnetfelder nicht gegenseitig beeinflussen. Andernfalls droht Schwingneigung. Der schlampig wirkende Aufbau soll die Angst vor dem Basteln mit UKW-Schaltungen nehmen.
Stromlaufplan des UKW-Vorverstärkers mit dem BF981. Großdarstellung per Mausklick auf das Bild.
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Die Anschlusskennzeichung des BF981. Blick auf die unbeschriftete Seite. Markant ist der Haken am Source-Beinchen.
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Der BF981 von der Beschriftungsseite. Source ist durch den einseitigen Haken am Beinchen gekennzeichnet. Leider ist dieser Haken auf dem Foto schlecht zu erkennen.
Der BF981 ist intern mit Schutzdioden versehen, so dass eigentlich nichts passieren kann, wenn man die Anschlüsse mit den Fingern berührt. Bei besonders trockener Luft - z.B. im Winter - sollte man allerdings schon etwas vorsichtig sein, damit der Transistor nicht im "Silizium-Himmel" endet. ![]()
Der Versuchsaufbau an einer Lautsprecherbox betrieben, die für einen satten Klang sorgt. Links das Netzteil, rechts hängt der UKW-Vorverstärker. Das beste Küchenradio, was ich je hatte! Jetzt fehlt nur noch ein ordentliches Gehäuse.
Gehäuse: Der Empfänger hat im März 2006 endlich ein Gehäuse erhalten. ![]()
Der fertige Empfänger. Das Gehäuse ist wie folgt aufgebaut: geschliffene Dachlatten ca. 20 x 40 mm für die Seitenteile, Boden und Deckel aus 1,5 mm dicken Sperrholz, Vorder- und Rückseite aus Glasfaser-Leiterplattenbasismaterial. Alle wurde mit mattschwarzem Acryllack lackiert (Gehäuse aus Holz bauen). Der Transformator ist mit Sekundenkleber festgeklebt. Alle netzspannungsführenden Teile sind mit Heißkleber isoliert.
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. November 2012 um 08:33 Uhr |
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3. Dezember 2012
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Volker, SM5ZBS