Mazda MX-5 NB Reparatur: Geschwindigkeitsmesser fällt während der Fahrt aus

23. September 2026

Unser Mazda MX-5 NB ist inzwischen 24 Jahre alt. Seit einiger Zeit zeigte der Geschwindigkeitsmesser einen typischen Wackelkontakt: Während der Fahrt fiel die Anzeige plötzlich auf null, manchmal nur für einige Sekunden, manchmal auch für mehrere Minuten. Danach funktionierte sie wieder, als wäre nichts gewesen.

Dieses Fehlerbild ist bei älteren MX-5 NB bekannt und wird auch in verschiedenen Mazda- und MX-5-Foren beschrieben. Als mögliche Ursache werden dabei immer wieder die Lötstellen im Geschwindigkeitsgeber, dem Vehicle Speed Sensor (VSS), genannt. Der Geber sitzt direkt am Getriebe.

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Der Geber für den Geschwindigkeitsmesser sitzt direkt am Getriebe. Man beachte, dass es verschiedene Geber für verschiedene Getriebe gibt.

Die Werkstatt findet keinen Fehler: Zunächst wurde der Wagen in einer Werkstatt überprüft. An der Verkabelung ließ sich kein Fehler feststellen. Nach der Kontrolle funktionierte der Geschwindigkeitsmesser zunächst wieder ganz normal.  Allerdings nur für einige Wochen. Dann trat der Fehler erneut auf. Ein echter Wackelkontakt ist naturgemäß schwer zu finden, wenn er gerade während der Prüfung nicht auftritt. Deshalb lag der Verdacht weiterhin beim Geschwindigkeitsgeber.

Der Geber sitzt am Getriebe an einer Stelle, an die man ohne Hebebühne nur schlecht herankommt. Deshalb wurde er in der Werkstatt ausgebaut und anschließend zu Hause geöffnet und repariert.

Den Geschwindigkeitsgeber öffnen: Das Öffnen erwies sich als schwieriger als zunächst gedacht.

Die Anschlüsse des Gebers sind mit einer grünen Vergussmasse geschützt. Nach 24 Jahren war diese Masse allerdings deutlich härter geworden. Einfach herauskratzen ließ sie sich nicht mehr.

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Die grüne Vergussmasse muss entfernt werden, um an die defekten Lötstellen zu kommen.
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Mit Spiralbohrern wird die Vergussmasse vorsichtig herausgefräst. Dabei löste sich schon eines der Kabel von der defekten Lötstelle.
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Dann kam die Vergussmasse an einem Stück heraus samt dem Kabel. Beide Lötstellen waren also defekt.
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Unter der grünen Vergussmasse befindet sich eine hellbraune Silikonmasse. Mit einem scharf geschliffenen Uhrmacherschrauberzieher kamen die beiden Lötpins vollständig zum Vorschein.
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238 Ohm Gleichstromwiderstand. Die Induktionsspule ist also in Ordnung und hat keine Unterbrechung der Wicklung.
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Dreht man mit der Hand, wird eine Wechselspannung von mehreren Volt erzeugt. Die komischen Punkte auf dem Schirmbild sind durch den Speicherbetrieb entstanden.
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Die beiden Lötstellen wurden sorgfältig verlötet. Vorher saugte ich das alte Lötzinn ab so gut es ging. Vorher entfettete ich auch die gesamte Oberfläche mit Bremsenreiniger.
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Alles wurde mit Silikondichtmittel wieder verschlossen. Dies soll vor Feuchtigkeit und Vibrationen schützen.

Deshalb wurde die Masse sehr vorsichtig mit kleinen Spiralbohrern und einer Ständerbohrmaschine abgetragen. Dabei war besondere Vorsicht nötig, denn unter der Vergussmasse befinden sich die empfindlichen Anschlüsse und Lötstellen.

Nachdem genügend Material entfernt war, kam ein scharf geschliffener kleiner Uhrmacherschraubenzieher zum Einsatz. Damit ließ sich die verbliebene Vergussmasse Stück für Stück herauslösen.

Schließlich waren die beiden Lötstellen sichtbar.

Interessanterweise konnte man nun die beiden Kabel zusammen mit einem großen Stück der grünen Vergussmasse aus dem Geber herausziehen. Die Ursache des Fehlers war damit praktisch gefunden.

Die Lötstellen waren gebrochen: Die beiden Lötstellen waren eindeutig nicht mehr zuverlässig mit den Kabeln verbunden. Offenbar hatten die Kabel nur noch durch die umgebende Vergussmasse ausreichend Kontakt.

Damit erklärt sich auch das merkwürdige Fehlerbild. Durch die Vibrationen des Getriebes konnte die Verbindung zeitweise Kontakt haben und dann wieder unterbrochen sein. Der Geschwindigkeitsmesser fiel dadurch während der Fahrt schlagartig auf null und funktionierte später wieder.

Unter der grünen Vergussmasse befand sich außerdem noch eine hellbraune, sehr weiche Silikonmasse. Diese ließ sich problemlos teilweise entfernen und gab die eigentlichen Lötstellen vollständig frei.

Elektrische Prüfung des Gebers: Bevor die Reparatur durchgeführt wurde, wurde die Spule des Gebers mit einem Ohmmeter überprüft.

Das Ergebnis:

240 Ohm

Damit war klar, dass die Spule selbst in Ordnung war. Es lag kein Wicklungsbruch vor.

Der Geber arbeitet nach einem sehr einfachen Prinzip. Im Inneren befindet sich eine Spule mit einem magnetischen System. Wenn sich das Zahnrad des Gebers dreht, verändern sich die magnetischen Verhältnisse in der Spule. Dadurch wird eine Wechselspannung erzeugt. Im Prinzip handelt es sich also um einen kleinen Generator.

Prüfung mit dem Oszilloskop: Noch interessanter war die Prüfung mit dem Oszilloskop. Dazu wurden die beiden Anschlüsse des Gebers mit dem Oszilloskop verbunden und das Zahnrad von Hand gedreht. Dabei waren deutlich elektrische Impulse von einigen Volt Amplitude zu sehen. Die Frequenz der Impulse änderte sich mit der Drehzahl des Zahnrades. Je schneller gedreht wurde, desto höher war die Frequenz. Damit war nicht nur der Gleichstromwiderstand der Spule geprüft, sondern auch die eigentliche Funktion des Gebers. Das Prinzip ist denkbar einfach: Drehende Magnete erzeugen in einer Spule eine Wechselspannung, ähnlich wie bei einem kleinen Generator.

Neu verlötet: Nachdem die alten Lötstellen vollständig freigelegt waren, wurden die Kabel neu verlötet. Das alte Lötzinn wurde soweit wie möglich entfernt, die Kontaktflächen wurden blank gemacht und anschließend mit neuem Blei-Zinn-Lot sauber verlötet. Die Lötstellen wurden mehrfach kontrolliert. Auch die Zuführungsleitungen wurden überprüft, damit nicht direkt hinter der neuen Lötstelle ein weiterer Kabelbruch vorhanden war. Anschließend wurde der Geber erneut elektrisch geprüft. Der Widerstand betrug weiterhin etwa 240 Ohm und beim Drehen des Zahnrades waren wieder saubere Impulse auf dem Oszilloskop zu sehen.

Wieder mit Silikon verschlossen: Nach der elektrischen Prüfung wurde die ausgefräste Öffnung wieder mit rotem, ölbeständigem Hochtemperatur-Silikon verschlossen. Damit sind die Lötstellen wieder gegen Feuchtigkeit geschützt und gleichzeitig mechanisch fixiert.

Ob Silikon dafür die beste Lösung ist oder Heißkleber langfristig besser geeignet wäre, wird sich erst nach einigen Jahren zeigen. Gelötete Kabel können durch die starken Vibrationen eines Getriebes auf Dauer direkt an einer starren Lötstelle wieder brechen. Silikon ist dagegen elastisch und kann die Bewegungen der Kabel aufnehmen.

Andererseits ist gerade diese Elastizität der Grund, warum es die Kabel möglicherweise nicht so stark fixiert wie ein härterer Verguss.

Für die Reparatur wurde deshalb bewusst die einfache Lösung mit Silikon gewählt. Sie lässt sich bei einer späteren Reparatur außerdem wieder relativ leicht entfernen.

Jetzt heißt es warten: Bevor der Geschwindigkeitsgeber wieder eingebaut werden kann, muss das Silikon vollständig aushärten. Deshalb bleibt er zunächst 24 Stunden liegen.

Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es bei einem 24 Jahre alten Auto schließlich auch nicht mehr an.

Nach dem Aushärten wird der Geber nochmals elektrisch geprüft und anschließend wieder am Getriebe eingebaut.

Fazit: Die Reparatur ist eigentlich erstaunlich einfach, wenn man erst einmal an die defekten Lötstellen herankommt.

Der Fehler war bei unserem MX-5 ein typischer intermittierender Ausfall des Geschwindigkeitsmessers. Die Werkstatt konnte bei der normalen Fehlersuche keinen Fehler feststellen. Erst das Öffnen des Geschwindigkeitsgebers brachte die Ursache ans Licht.

Die Messung von 240 Ohm und das mit dem Oszilloskop nachgewiesene Wechselspannungssignal zeigen außerdem, dass die Spule selbst vollkommen in Ordnung war.

Die beiden alten Lötstellen waren dagegen offensichtlich nicht mehr zuverlässig mit den Kabeln verbunden.

Ob die neue Reparatur dauerhaft hält, wird sich zeigen. Die Reparaturberichte zu diesem bekannten Fehler lassen jedenfalls darauf schließen, dass eine sauber ausgeführte Nachlötung mehrere Jahre halten kann. Eine systematische Langzeituntersuchung gibt es allerdings nicht.

Die Reparatur lohnt sich auch deshalb, weil passende Ersatzteile für den inzwischen 24 Jahre alten MX-5 NB nicht unbedingt einfach zu bekommen sind. Neue Geber sind schwer erhältlich, und gebrauchte VSS findet man zwar noch, aber bei einem gebrauchten Geber weiß man natürlich nicht, wie lange dessen Lötstellen noch halten. Schließlich sind diese Sensoren genauso alt wie der eigene und können bereits denselben typischen Fehler haben oder ihn in absehbarer Zeit entwickeln.