Nach Jahren wieder Platinen geätzt: Was ich beim Toner-Transfer dazugelernt habe

5. Oktober 2026

Nach Jahren habe ich wieder Platinen mit der Toner-Transfer-Methode geätzt und war mit den Ergebnissen zunächst gar nicht zufrieden. Durch Versuch und Irrtum und viele Gespräche mit der KI Claude habe ich herausgefunden, auf welche Details es wirklich ankommt: das richtige Papier, die Falle mit der Spiegelung in KiCad, das Aufbügeln und das Ablösen des Papiers. Vom Layout bis zum Bohren, mit allem, was in den üblichen Anleitungen fehlt.

Die Grundlagen der Methode mit Laserdrucker, Bügeleisen und Ätzen habe ich schon vor Jahren in einem eigenen Artikel beschrieben. Das muss ich hier nicht wiederholen. In diesem Artikel halte ich fest, was ich dazugelernt habe.

Griffbereit zum Ätzen und Abrubbeln der Platinen
Mein Set für die Platinenherstellung: Kunststoffbrett als Schleifunterlage und Schleifpapier 400er und 600er Körnung, nass. Flasche mit Eisen(III)chloridlösung wiederverwendbar, Glas mit Seifenlösung, 2 Kunststoffschalen zum Ätzen und Ablösen des Papiers, weiche Zahnbürste, Kunststoffspatel zum Herausnehmen der Platine aus dem Ätzbad.

Das Layout mit KiCad: Als Layoutprogramm verwende ich inzwischen KiCad. Es gefällt mir sehr gut, weil es viele Möglichkeiten bietet und sich auch im Hobbybereich hervorragend für einlagige Leiterplatten eignet. Sogar die Bauteilbezeichner und Bauteilwerte lassen sich mitätzen, und die Footprints kann ich nachträglich verändern und anpassen. Außerdem ist KiCad ausbaufähig: Man kann einen externen Autorouter anbinden oder ein Spice-Programm für die Schaltungssimulation nutzen, wenn man das möchte. Die Kupferseite lässt sich problemlos ausdrucken. Dort, wo das Kupfer stehen bleiben soll, erscheinen schwarze Flächen, Linien und Kreise. Zuerst mache ich einen Probeausdruck auf normalem Papier.

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Schaltbild einer temperaturgeregelten Lüfersteuerung mit KiCad gezeichnet . Der NTC hat 10 kOhm ist hier nicht eingezeichnet, da er sich nicht auf der Platine befindet ( https://elektronikbasteln.pl7.de/analoge-luefterregelung ).
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Das fertige Layout einlagig. Alles was blau ist, ist die Kupferfläche auf der Rückseite. Man beachte, dass die Schriftzüge spiegelverkehrt sind, wenn sie geätzt werden sollen. Man sieht in KiCad die Platine von oben auf die Bestückungsseite und das Basismaterial muss man sich durchsichtig vorstellen.

Der Ausdruck mit dem Laserdrucker: Beim Drucken kommt es auf möglichst viel Toner an. Wenn der Drucker es erlaubt, wähle ich die feinste Einstellung mit der höchsten Tonermenge. Im Druckdialog stelle ich außerdem immer dünnes Papier ein. Dann haftet der Toner nicht so fest auf dem Papier, und das ist hier von Vorteil. Der Ausdruck muss spiegelverkehrt erfolgen, weil das Papier später mit der bedruckten Seite auf das Kupfer gelegt wird.

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Probedruck auf normalen Papier zur Bestimmung der Position. Darüber wird mit einem Klebestift ein Stück glänzendes und dünnes Stück Katalogpapier geklebt und nochmals mit dem Laserdrucker gedruckt. Darunter die fertige Platine, noch nicht ganz perfekt, aber tauglich.

Die Falle mit der Spiegelung: In diese Falle bin ich beim ersten Arbeiten mit KiCad prompt getappt und habe eine spiegelverkehrte Leiterplatte geätzt. Man muss sich vorstellen, was man auf dem Bildschirm sieht: Man schaut von oben auf die Bauteilseite und dann durch das durchsichtige Leiterplattenbasismaterial hindurch auf die Kupferschicht ganz unten. Deshalb erscheinen die Schriftzüge und Zahlen auf der Kupferseite schon im Layout auf dem Bildschirm spiegelverkehrt. Genau so müssen sie auch ausgedruckt werden. Wenn der Toner anschließend auf das Kupfer übertragen wird, kehrt sich das um, und die Beschriftung ist auf der Kupferfläche richtig lesbar. Das steht in keiner Anleitung, die ich kenne. Es steht viel drin, aber nicht das Wichtigste.

Das richtige Transferpapier: Entscheidend ist das Papier, von dem der Toner später auf das Kupfer übertragen wird. Bewährt hat sich sehr dünnes, hochglänzendes, gestrichenes Katalogpapier, zum Beispiel aus Modekatalogen. Alles Matte taugt nichts, weil es zu saugfähig ist. Man kann das einfach testen: Ein Tropfen Wasser kommt auf das Papier. Je länger der Tropfen braucht, bis er aufgesaugt wird, desto besser ist das Papier geeignet. Dabei sollte man auch Vorder- und Rückseite vergleichen, denn es gibt Unterschiede.

So kommt das dünne Papier durch den Drucker: Das Katalogpapier lässt sich nicht einfach in den Drucker legen, sonst gibt es einen Papierstau. Deshalb mache ich zuerst einen Probeausdruck auf normalem Papier und sehe nach, wo das Layoutprogramm die Platine auf der Seite platziert. Über diese Stelle klebe ich mit dem Klebestift ein Stück des dünnen Papiers. Ob es reicht, das Papier nur am Anfang festzukleben, oder ob auch das Ende fixiert werden muss, hängt von der Mechanik des Druckers ab und muss ausprobiert werden. Wichtig ist, dass keine Klebereste überstehen, denn die mag die Trommel überhaupt nicht. Dann kann ich dieses Stück gezielt bedrucken.

Die Platine vorbereiten: Ich verwende gerne einseitig kupferkaschiertes Epoxid-Glasfaser-Material, weil es sich gut mit der Blechschere schneiden lässt. Danach entgrate ich die Kanten, damit die Fläche später eben aufliegt. Das Kupfer schleife ich matt, bei mir im Nassschliff mit 400er- und 600er-Schleifpapier. Es geht auch mit Schwamm und Scheuermittel. Die Oberfläche soll matt, aber nicht zu grob sein, damit der Toner gut haftet. Das Schleifen macht das Kupfer auch gleich sauber für den Ätzvorgang und später für das Löten. Zum Schluss entfette und reinige ich die Platine mit Aceton, damit Schleifstaub, Abrieb und vor allem Fett restlos entfernt sind.

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Schichtaufbau von unten nach oben: Bügelbrett, Handtuch, Platine, Kupferseite nach oben, glänzendes dünnes Katalogpapier, Toner nach unten, Haushaltspapiertuch, Bügeleisen. 4 bis 5 Minuten Bügeln in höchster Stufe reichen.

Das Aufbügeln: Bevor ich das bedruckte Katalogpapier auflege, erwärme ich die Kupferfläche mit dem Bügeleisen. Das hat den Vorteil, dass das Papier beim Auflegen sofort anklebt, und die Haftung des Toners auf dem Kupfer wird besser. Als Unterlage lege ich ein Handtuch und ein Frotteetuch unter, darauf kann die Platine nicht verrutschen. Dann kommen die Platine, das Katalogpapier mit der Tonerseite nach unten und obenauf ein Stück Haushaltspapier, damit das Bügeleisen besser gleitet. Jetzt bügle ich etwa fünf Minuten mit der höchsten Stufe und mäßigem Druck. Bei größeren Platinen dauert es entsprechend länger. Besonders an den Kanten drücke ich fester und fahre hin und her, denn die Kanten sind immer etwas kritisch, wahrscheinlich weil das Platinenmaterial nicht ganz eben ist. Danach sollte der Toner in das Kupfer eingearbeitet sein, und ich lasse die Platine abkühlen.

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Alte Mikrowelle zum Erwärmen des Ätzbades auf etwa 40 bis 50 Grad Celsius. Nicht zu heiß werden lassen, da sonst der Toner schmilzt.

Das Papier ablösen: Jetzt kommt der kritische Punkt. Ich weiche das Papier in kaltem oder nur lauwarmem Wasser mit ein paar Tropfen Geschirrspülmittel ein. Kaltes Wasser ist wichtig, denn der Toner soll nicht erweichen. Das habe ich auch erst lernen müssen. Man darf sich ruhig Zeit lassen, zehn Minuten sind nicht zu viel. Dann rubble ich das Papier vorsichtig mit den Fingerkuppen ab. Man sieht, wie es sich löst. Nicht abkratzen und nicht abziehen, nur rubbeln. Die restlichen Papierreste entferne ich mit einer weichen Zahnbürste. Hier zählt vor allem Geduld.

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Eine kleine Schale für die Ätzlösung. Die größere Schale zum Aufweichen des Papiers.

Kleine Fehler ausbessern: Danach sehe ich mir die Platine genau an. Wenn an einzelnen Stellen zu viel Toner abgegangen ist, bessere ich das mit einem wasserfesten Filzstift aus, zum Beispiel einem Edding 3000. Es gibt auch wasserfeste Stifte mit einer Spitze von etwa einem Millimeter, mit denen sich kleine Fehler meist gut reparieren lassen. Was ich zu viel aufgetragen habe, kratze ich mit einem Schraubendreher wieder ab. Die Toner-Transfer-Methode ist nicht hundertprozentig perfekt, aber man kann nachbessern.

Das Ätzen: Schutzbrille verwenden! Vorsicht vor Flecken! Auf das Ätzen will ich hier nicht im Detail eingehen, das ist ein eigenes Kapitel. Ich nehme immer noch Eisen-III-Chlorid, weil ich es habe. Die Gefahr des Unterätzens besteht kaum, weil die Schutzschicht aus Toner im Gegensatz zum Fotopositivverfahren recht dick ist. Man darf nur nicht zu heiß ätzen, sonst wird der Toner wieder weich. Etwa 40 bis 50 Grad sind gut. Ich erwärme die Lösung kurz, etwa zehn Sekunden, in einer alten Mikrowelle. Man braucht auch nicht viel Ätzmittel: In einer Schale reichen etwa zwei Zentimeter Füllhöhe. Ich schwenke die Schale und sehe dabei immer, wie weit der Ätzvorgang fortgeschritten ist. Der Aufwand ist gering. Mit dem heute üblicheren Natriumpersulfat funktioniert es im Prinzip genauso.

Ätzmittel richtig entsorgen: Verbrauchtes Ätzmittel gehört nicht in den Abfluss und auch nicht in die Toilette. Es ist durch das gelöste Kupfer stark belastet und schadet der Umwelt. Das gilt für Eisen-III-Chlorid genauso wie für Natriumpersulfat. Ich sammle die gebrauchte Lösung in einer gut verschlossenen und beschrifteten Kunststoffflasche, denn Metallbehälter werden vom Ätzmittel angegriffen. Wenn die Flasche voll ist, bringe ich sie zur Schadstoffsammelstelle oder zum Wertstoffhof, wo Problemstoffe angenommen werden. Beim Umgang mit der Lösung trage ich Handschuhe und eine Schutzbrille, denn Eisen-III-Chlorid ist ätzend und hinterlässt hartnäckige Flecken auf Kleidung und Arbeitsplatte.

Zahnbürste
Nach dem Abrubbeln und Abbürsten kommt der Toner auf dem Kupfer zum Vorschein.
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Platine nach ein paar Minuten im Ätzbad.

Toner entfernen und bohren: Nach dem Ätzen muss die Tonerschicht wieder weg. Zuerst nehme ich dafür feines Schleifpapier unter Wasser, den Rest entferne ich wieder mit Aceton. Das Ergebnis ist eine schöne, saubere Platine. Dann geht es ans Bohren. Meistens bohre ich mit 0,8 Millimetern. Ein Ein-Millimeter-Bohrer kommt dazu, falls Bauteile doch dickere Anschlussdrähte haben, das lässt sich nachträglich erledigen. Für die Befestigungslöcher brauche ich noch einen 3,5-Millimeter-Bohrer für M3-Schrauben. Das war es dann auch schon.

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Werkzeuge zum Bohren und Zuschneiden des Leiterplattenbasismaterials. Ich bevorzuge Glasfasermaterial. Es lässt sich mit der Blechschere zuschneiden und beim Löten hält das Kupfer besser auf dem Basismaterial.

Mehrere Schaltungen auf einer Platine: Wenn ich mehrere kleine Platinen auf dem Katalogpapier habe, kann ich die Papierstücke auf einer größeren Platine zusammenlegen und gemeinsam aufbügeln. Die Verbindungen dazwischen ziehe ich dann mit dem Filzstift. So baue ich zum Beispiel einen Verstärker mit Spannungsstabilisierung und einem Interface auf einer einzigen Platine auf. Das spart eine Menge Montagearbeit, weil ich nur eine Platine habe und nicht drei oder vier, die ich zusammenschrauben muss.

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Erfolgreicher Test der fertig bestückten Platine ( https://elektronikbasteln.pl7.de/analoge-luefterregelung ).

Fazit: Wenn man schon ein paar Platinen gemacht hat, ist die Toner-Transfer-Methode der schnellste Weg zur fertigen Leiterplatte. Zeitraubend ist eigentlich nur, dass man die Schaltung im Layoutprogramm zeichnen muss. Dabei lernt man die Schaltung aber besser kennen und hat hinterher eine gute Dokumentation. Gerade wenn man Standardschaltungen immer wieder braucht, ist das ein großer Vorteil.